Revolut Aktie: Zentralbank genehmigt Cetelem-Übernahme
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 06:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Expansion des Fintechs Revolut nach Südamerika nimmt konkrete Formen an. Die argentinische Zentralbank hat am Donnerstag die Übernahme der Banco Cetelem Argentina durch Revolut genehmigt. Damit räumte die Aufsichtsbehörde eine wesentliche Hürde für den geplanten Marktstart im Jahr 2027 aus dem Weg. Das Institut übernimmt die argentinische Bank von einer Sparte des französischen Anbieters BNP Paribas, wie Bloomberg meldete.
Mit den Fortschritten baut Revolut sein Standbein in Lateinamerika gezielt aus. Die Region gilt für digitale Finanzdienstleister wegen der wachsenden Smartphone-Nutzung als strategischer Wachstumsmarkt.
Bereits am 15. September sicherte sich das Unternehmen eine Banklizenz in Kolumbien. Dies war der abschließende regulatorische Schritt vor dem für 2027 geplanten Start. Zusätzlich kündigte Revolut an, 62 Millionen Dollar in die digitale Infrastruktur und Finanztechnologie vor Ort zu investieren.
Europäische Lizenzen und globale Ambitionen
Parallel zu Lateinamerika treibt das Unternehmen auch in Europa seine Pläne voran. Eigene Banklizenzen ermöglichen es dem Fintech, Kundeneinlagen selbst zu verwalten und das Angebot an margenstärkeren Finanzprodukten auszubauen.
Am 16. September reichte Revolut ein Lizenzgesuch bei der Schweizer Finanzmarktaufsicht FINMA ein. Für den Ausbau im Land sind über einen Zeitraum von fünf Jahren mehr als 150 Millionen Schweizer Franken vorgesehen.
Auflagen in den USA und Pläne zum Börsengang
In den Vereinigten Staaten gestaltet sich das Verfahren unterdessen aufwendiger. Die nationale US-Banklizenz bleibt an Bedingungen geknüpft, wie Reuters Breakingviews am 17. September berichtete. Das Unternehmen erwartet dort weiterhin Zustimmungen durch die Einlagensicherung FDIC und die Notenbank Federal Reserve. Der Start des operativen US-Bankgeschäfts ist für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen.
Auch die Pläne für den Börsengang nehmen schrittweise Konturen an. Laut Vorstandschef Nik Storonsky zieht das Unternehmen eine Doppelnotierung an der London Stock Exchange sowie der Nasdaq in Betracht. Die US-Märkte böten eine größere Investorenbasis, wie Storonsky gegenüber Reuters erklärte. Ein solches Listing bleibe allerdings noch mindestens ein Jahr entfernt.
Neben der Expansion musste das Fintech zuletzt einen Sicherheitsvorfall bewältigen. Am 12. September bestätigte Revolut, dass sich eine unbefugte Partei Zugriff auf bestimmte Kundendaten verschafft hatte. Die Täter nutzten betrügerische Anfragen über die legitime E-Mail-Adresse einer Regierungsbehörde. Das Fintech sperrte die betroffene Adresse umgehend und informierte die zuständigen Aufsichtsbehörden.
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