Resmed, Aktie

Resmed Aktie: 490 Millionen für MatrixCare-Verkauf

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 10:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Resmed veräußert Software-Tochter für 490 Mio. Dollar und setzt auf KI. Trotz Rückruf-Belastung steigt der Gewinn je Aktie um 17 Prozent.

Resmed fokussiert Kerngeschäft: MatrixCare-Verkauf und KI-Investitionen prägen Strategie 2030
Abstrakte Darstellung einer modernen Gesundheits- und Technologieumgebung im geschäftlichen Kontext. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Medizintechnikspezialist Resmed richtet seine Unternehmensstruktur konsequent auf das Kerngeschäft mit Schlaf- und Atemtherapien aus. Nach einem erfolgreichen Geschäftsjahr 2026, das von zweistelligen Zuwächsen beim Gewinn geprägt war, trennt sich das Unternehmen von Randbereichen.

Mit dem Verkauf der Software-Sparte MatrixCare und dem Einsatz künstlicher Intelligenz will der Konzern die Effizienz in der Patientenbetreuung steigern und neue Nutzergruppen erschließen.

Portfolio-Bereinigung und strategischer Fokus

Im Rahmen der „Strategie 2030“ hat Resmed eine definitive Vereinbarung über den Verkauf seiner Tochtergesellschaft MatrixCare getroffen. Der Käufer, Frazier Healthcare Partners, übernimmt die auf Langzeitpflege spezialisierte Software-Einheit für 490 Millionen US-Dollar.

Dieser Schritt markiert das Ende des Engagements im Bereich der Altenpflegesoftware, da sich Resmed künftig stärker auf Lösungen für Schlafapnoe und respiratorische Gesundheit konzentrieren will. MatrixCare steuerte im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 220 Millionen US-Dollar zum Gesamtumsatz bei.

Parallel dazu investiert das Unternehmen in neue Technologien. So wurde im Juni die Übernahme von Noctrix Health abgeschlossen, einem Spezialisten für die Behandlung des Restless-Legs-Syndroms.

Zudem treibt der Konzern die Digitalisierung voran: Ein neu eingeführter „Gen AI Coach“ bearbeitete bereits 1,5 Millionen Anfragen von Patienten. Durch Partnerschaften, etwa mit dem Wearable-Anbieter Oura, konnten zudem 13.000 potenzielle Patienten identifiziert werden, von denen drei Viertel zuvor keine Diagnose erhalten hatten.

Solide Finanzzahlen trotz Rückruf-Belastung

Das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr 2026 lieferte robuste Ergebnisse. Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) stieg um 17 Prozent auf 11,20 US-Dollar. Im vierten Quartal erzielte Resmed einen Umsatz von 1,46 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.

Die Bruttomarge verbesserte sich zeitgleich um 90 Basispunkte auf 62,3 Prozent. Dennoch belastet ein laufender Rückruf den Ausblick: Für fehlerhafte Beatmungsgeräte der Astral-Serie bildete das Management Rückstellungen in Höhe von 42 Millionen US-Dollar und rechnet mit einer Umsatzminderung von 75 Millionen US-Dollar.

Die Marktreaktion fiel nach der Bekanntgabe der Prognose für das Geschäftsjahr 2027 verhalten aus, da das Unternehmen ein moderateres Umsatzwachstum von 5 bis 7 Prozent in Aussicht stellt.

Gestern schloss die Aktie im deutschen Handel bei 194,50 Euro. Damit notiert das Papier zwar deutlich über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 177,90 Euro, bleibt jedoch rund 22 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch bei 250,90 Euro.

Synergien mit GLP-1-Medikamenten

Entgegen ursprünglicher Marktbefürchtungen scheinen neue Abnehmmedikamente (GLP-1) das Geschäft von Resmed eher zu stützen als zu gefährden. Interne Daten zeigen, dass Patienten, die diese Medikamente nutzen, eine um 11 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit aufweisen, eine Therapie gegen Schlafapnoe zu beginnen. Zudem bleibt die Therapietreue über drei Jahre hinweg stabil.

Analysten bewerten die langfristige Aufstellung positiv. Die Experten von Morgans bestätigten ihre Kaufempfehlung, senkten jedoch das Kursziel leicht auf 39,50 Australische Dollar. Die Analysten von Morningstar erhöhten hingegen den geschätzten fairen Wert für die in den USA gelisteten Anteilscheine auf 300 US-Dollar.

Für das kommende Geschäftsjahr plant Resmed, insgesamt 1,85 Milliarden US-Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre auszuschütten, wobei die Quartalsdividende bereits um 10 Prozent auf 0,66 US-Dollar angehoben wurde.

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