Republic Services Aktie: Teamsters drohen mit Streik
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 19:46 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am heutigen Mittwoch laufen in Südkalifornien die Tarifverträge für rund 3.000 Beschäftigte der Gewerkschaft Teamsters Local 396 aus. Die Verhandlungen betreffen unter anderem den US-Entsorgungskonzern Republic Services in den Regionen Los Angeles County, Orange County und dem Inland Empire.
Nach Vorbereitungstreffen der Gewerkschaftsmitglieder drohen Arbeitsniederlegungen, falls in den letzten Verhandlungsstunden keine Einigung erzielt wird. An der Börse gibt das Papier heute leicht nach: Im europäischen Handel verliert der Entsorger 0,6 Prozent auf 185,75 Euro.
Schärfere Regeln für Entsorger in Kalifornien
Die Zuspitzung bei den Tarifgesprächen fällt mit einer regulatorischen Verschärfung im Bundesstaat zusammen. Gouverneur Gavin Newsom unterzeichnete am Montag das Gesetz SB 1371. Die von Senatorin María Elena Durazo eingebrachte Neuregelung verbietet es Kommunen ab dem 1. Januar 2027, Verträge abzuschließen, die Streiks als Fall höherer Gewalt anerkennen.
Bislang konnten Entsorgungsbetriebe im Streikfall vertragliche Pflichten über solche Klauseln aussetzen. Branchenvertreter wie Republic Services und Waste Management hatten sich vergeblich gegen die Initiative gewehrt, die von der Gewerkschaft vorangetrieben worden war.
Strafzahlung in Massachusetts beigelegt
Parallel dazu hat die US-Tochter JRM Hauling and Recycling Services eine behördliche Untersuchung beendet. Die Generalstaatsanwaltschaft von Massachusetts vereinbarte gestern einen Vergleich über 525.000 US-Dollar mit dem Unternehmen, das 2022 von Republic Services übernommen worden war.
Gegenstand des Verfahrens waren erhebliche Dienstleistungsmängel an öffentlichen Schulen in der Stadt Lawrence, darunter überfüllte Müllcontainer und ausgefallene Abholungen.
Die Behörde warf dem Dienstleister vor, den nahtlosen Übergang trotz Personal- und Ausrüstungsmangels zugesichert und Entgelte für Monate im Voraus abgerechnet zu haben, in denen die Leistungen nicht vertragsgemäß erbracht werden konnten.
Dividendentermin und Ausblick auf das dritte Quartal
Trotz des operativen Gegenwinds in einzelnen Regionen bleibt die Ertragslage des Konzerns solide. Im zurückliegenden zweiten Quartal 2026 steigerte das Unternehmen den Umsatz im Vorjahresvergleich um 4,6 Prozent auf 4,43 Milliarden US-Dollar, während das bereinigte Ergebnis je Aktie 1,85 US-Dollar erreichte.
Für Aktionäre rückt zudem die Ausschüttung näher: Am 2. Oktober steht der Ex-Dividenden- und Stichtag für die Quartalsdividende von 0,67 US-Dollar je Aktie an, die Auszahlung folgt am 15. Oktober. Das Management kündigte zudem an, die Finanzergebnisse für das dritte Quartal 2026 am 29. Oktober nach US-Börsenschluss zu veröffentlichen. Aktuell notiert der Titel mit einem Abschlag von 8,0 Prozent zu seinem 52-Wochen-Hoch von 201,90 Euro.
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