Repsol Aktie: Brufau kritisiert Verbrennerverbot
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 17:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deRepsol-Präsident Antonio Brufau hat heute einen stabilen Regulierungsrahmen für die Erneuerung des spanischen Fahrzeugbestands gefordert. Förderhilfen müssten einfach, vorhersehbar und zugänglich sein. Seine Forderung verbindet er mit Kritik am geplanten allgemeinen Verkaufsverbot für neue Verbrenner. Für Anleger rückt damit neben den erwarteten höheren Ausschüttungen die politische Planungssicherheit in den Blick.
Brufau verlangt Offenheit für alle Antriebe
Brufau fordert, alle Antriebstechnologien als Beitrag zur Erneuerung des Fahrzeugbestands anzuerkennen. Das geplante Verbot des Verkaufs neuer Verbrenner ab 2035 kritisierte er ausdrücklich. Eine mögliche Überprüfung der Maßnahme durch die Europäische Union schaffe seiner Einschätzung nach Unsicherheit.
Den Hintergrund bildet ein deutlich gealterter Fahrzeugbestand. In Spanien sind 31,7 Millionen Fahrzeuge zugelassen. Ihr Durchschnittsalter liegt bei 14,6 Jahren.
Brufau stellt damit nicht allein die Wahl des künftigen Antriebs in den Mittelpunkt. Seine Forderung zielt zugleich auf berechenbare Bedingungen für den Austausch älterer Fahrzeuge. Verlässliche Regeln und leicht zugängliche Hilfen sollen diesen Prozess unterstützen.
Wie groß die Aufgabe ist, verdeutlicht die Altersstruktur: 19 Millionen Fahrzeuge sind älter als zehn Jahre. Weitere neun Millionen haben bereits ein Alter von mehr als zwanzig Jahren erreicht.
Die Forderung nach Technologieoffenheit ist dabei Brufaus Position, keine beschlossene Änderung der europäischen Vorgaben. Auch eine mögliche Überprüfung des Verbrennerverbots bedeutet noch keine Entscheidung über dessen Zukunft.
Investitionen und Ausschüttungen im Blick
Für Repsol steht die regulatorische Debatte neben einem umfangreichen Investitionsprogramm. Der Plan für 2026–2028 sieht Investitionen von bis zu 10 Milliarden Euro vor. Mehr als die Hälfte soll nach Spanien und Portugal fließen.
Parallel dazu könnte das Unternehmen die Aktionärsvergütung ausweiten. Wie Cinco Días gestern unter Berufung auf Branchenquellen berichtete, soll dem Verwaltungsrat nächste Woche ein neuer Aktienrückkauf vorgeschlagen werden.
Das mögliche Volumen liegt dem Bericht zufolge bei mehr als 500 Millionen Euro. Analystenschätzungen reichen bis nahe eine Milliarde Euro. Eine Ankündigung wird zur Ergebnisvorlage am 29. Oktober 2026 erwartet.
Repsol hat die Berichte über die höhere Aktionärsvergütung bislang nicht bestätigt. Der Rückkauf ist deshalb eine Möglichkeit, kein bereits beschlossenes Programm.
Die beiden Themen haben für Anleger unterschiedliche Verbindlichkeit: Brufaus regulatorische Forderungen sind öffentlich formuliert. Beim zusätzlichen Rückkauf stehen dagegen Entscheidung und konkrete Konditionen noch aus. Die Ergebnisvorlage bietet den nächsten angekündigten Termin für eine mögliche Konkretisierung der Kapitalrückflüsse.
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