Replimune, Aktie

Replimune Aktie: Klage wegen 40 statt 400 Patienten

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 03:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Replimune verzeichnet Kursgewinne nach der FDA-Zulassung, während Analysten optimistisch bleiben und eine Wertpapierklage weiterläuft.

Replimune-Aktie erreicht 52-Wochen-Hoch trotz Klage
Abstrakte Darstellung eines modernen pharmazeutischen Labors mit Fokus auf medizinische Forschung und klinische Studien. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Am gestrigen Donnerstag erreichte die Replimune-Aktie an der Nasdaq ein neues 52-Wochen-Hoch bei 15,83 US-Dollar. Dieser Kurssprung folgt auf die beschleunigte Zulassung des Melanom-Mittels TUDRIQEV (RP1) durch die US-Arzneimittelbehörde FDA vor gut drei Wochen.

Das Papier beendete den gestrigen Handelstag mit einem Schlusskurs von 13,39 Euro und konnte damit den positiven Trend fortsetzen, der dem Titel innerhalb der letzten 30 Tage ein Plus von 198 Prozent bescherte.

Optimismus bei namhaften Analysehäusern

Die jüngsten operativen Fortschritte haben eine Welle von positiven Analystenbewertungen ausgelöst. Die Experten von JPMorgan erhöhten ihr Kursziel für das Biotech-Unternehmen von 20 auf 21 US-Dollar und bestätigten ihre Einstufung mit „Overweight“.

Noch deutlicher positionierte sich Piper Sandler durch ein Upgrade auf „Strong-Buy“. Auch Leerink und BMO Capital Markets schlossen sich der optimistischen Haltung an und vergeben Ratings von „Outperform“ mit Kurszielen zwischen 16 und 17 US-Dollar.

Dieser Optimismus der institutionellen Analysten steht im Kontrast zum bisherigen Konsens-Kursziel von 12,00 US-Dollar. Die Erwartungen am Markt orientieren sich zunehmend an der Vermarktung von TUDRIQEV in Kombination mit Nivolumab zur Behandlung von fortgeschrittenem Melanom.

Trotz der Kursrallye verfehlte das Unternehmen im zweiten Quartal die Gewinnerwartungen knapp: Das Ergebnis je Aktie lag bei -0,72 US-Dollar, während Analysten mit einem Verlust von -0,69 US-Dollar gerechnet hatten.

Juristisches Tauziehen um Studiendaten

Parallel zum börslichen Höhenflug treibt Replimune die Beilegung rechtlicher Altlasten voran. Am gestrigen Donnerstag beantragte das Unternehmen bei einem Gericht in Massachusetts die Abweisung einer Wertpapierklage. In dem Verfahren wird Replimune vorgeworfen, Anleger über das Feedback der FDA zur IGNYTE-Studie getäuscht zu haben.

Der Vorwurf der Kläger wiegt schwer: Das Unternehmen habe in seinem Zulassungsantrag (BLA) eine ungeplante Analyse vorgelegt, die lediglich auf Daten von 40 Patienten basierte – statt der ursprünglich geplanten 400 Probanden.

Die Klage bezieht sich auf einen Zeitraum zwischen Oktober 2025 und April 2026, in dem die Aktie nach kritischen Rückmeldungen der Behörden zeitweise massiv unter Druck geraten war. Bis zum 5. Oktober haben betroffene Investoren nun Zeit, sich als Hauptkläger für die Sammelklage zu bewerben.

Während die juristische Klärung noch aussteht, konzentriert sich der Markt primär auf die jüngste Wachstumsdynamik. Mit einem Kursplus von 6,0 Prozent in den vergangenen sieben Tagen zeigt sich der Wert weiterhin widerstandsfähig gegenüber den rechtlichen Unsicherheiten.

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