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Renk Group Aktie: 691 Millionen vom US-Kriegsministerium

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 22:37 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Renk steigert Auftragseingang und bereinigtes EBIT im ersten Halbjahr. Die Jahresziele bleiben bestehen, während der Aktienkurs nahe dem Jahrestief liegt.

Generischer Kettenpanzer fährt über staubigen Truppenübungsplatz, große Staubwolke
RENK Group AG DE000RENK730 – Kettenpanzer in Bewegung auf Truppenübungsplatz mit aufgewirbelter Staubwolke Illustration mit AI erstellt.

Die Rüstungsbranche erlebte in der vergangenen Woche erneut spürbare Kursrückschläge. Nachdem Analystenkommentare Anfang der Woche kurzzeitig für Auftrieb gesorgt hatten, gerieten europäische Verteidigungswerte wenige Tage später wieder unter Verkaufsdruck.

Die Renk Group konnte sich dieser Branchenbewegung nicht entziehen: Im Handel notiert das Papier bei 42,35 Euro und verharrt damit mit einem Abstand von 4,8 Prozent nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 40,41 Euro.

Die Zurückhaltung der Anleger steht in deutlichem Kontrast zur operativen Verfassung des Unternehmens. Während die Bewertung an den Märkten konsolidiert, verzeichnet der Zulieferer für Verteidigungsausrüstung und Antriebstechnik eine anhaltend robuste Nachfrage.

Robustes Halbjahr bestätigt Jahresziele

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 baute der Konzern sein Geschäft weiter aus. Der Auftragseingang kletterte um 29,7 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro.

Auch auf der Erlösseite ging es voran: Der Umsatz legte um 2,7 Prozent auf 637 Millionen Euro zu, während das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um zehn Prozent auf 98 Millionen Euro stieg. Die operative Marge verbesserte sich entsprechend von 14,4 Prozent auf 15,4 Prozent.

Das Management bekräftigte infolge der Halbjahreszahlen seine Prognose für das Gesamtjahr. Der Konzern rechnet weiterhin mit einem Jahresumsatz von mehr als 1,5 Milliarden Euro. Beim bereinigten EBIT peilt Renk unverändert eine Spanne zwischen 255 Millionen und 285 Millionen Euro an.

Für Kontinuität an der Konzernspitze ist ebenfalls gesorgt. Der Vertrag von Konzernchef Alexander Sagel wurde bereits im Mai vorzeitig bis Ende März 2032 verlängert.

Hoher Auftragsbestand sichert Auslastung

Das operative Polster bleibt komfortabel. Zur Jahresmitte summierte sich der Auftragsbestand auf 7,4 Milliarden Euro. Zu dieser Visibilität tragen langfristige Vereinbarungen bei, darunter ein im Juni gemeldeter Vertrag mit dem US-Kriegsministerium über hydromechanische Getriebe im Volumen von 691 Millionen US-Dollar.

Zusätzliche Wachstums- und Synergiepotenziale verspricht die vor über einem Monat vereinbarte Übernahme von David Brown Defence. Der britische Spezialist für Marinegetriebe verfügt für den Zeitraum von 2026 bis 2030 über eine Projektpipeline und einen Auftragsbestand von über 700 Millionen britischen Pfund.

Die Transaktion soll vorbehaltlich behördlicher Freigaben im vierten Quartal abgeschlossen werden und eröffnet Renk den direkten Zugang zu Rüstungsprogrammen der Five-Eyes-Allianz.

Solange jedoch die allgemeine Konsolidierung der Verteidigungstitel anhält, bleibt die fundamentale Visibilität an der Börse von der Sektorschwäche überlagert. Eine nachhaltige Bodenbildung dürfte von der weiteren Branchenstimmung abhängen.

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