Renishaw Aktie: ERP-Rollout weltweit gestoppt
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein kräftiger Schlussspurt hat dem britischen Messtechnikspezialisten Renishaw im Geschäftsjahr 2026 deutliche Zuwächse beschert. Der Jahresumsatz kletterte um 14 Prozent auf 815,8 Millionen GBP.
Noch stärker fiel der Anstieg beim bereinigten Betriebsgewinn aus: Er legte um 36 Prozent auf 152,9 Millionen GBP zu, was einer bereinigten operativen Marge von 18,7 Prozent entspricht. Das bereinigte Ergebnis je Aktie erreichte 179,5 Pence.
Halbleiterindustrie und Luftfahrt als Wachstumstreiber
Wesentliche Impulse für das Wachstum lieferten optische Encoder für die Halbleiterindustrie sowie eine robuste Nachfrage aus der Luftfahrt und dem Verteidigungssektor. Zusätzlichen Schub brachten die Segmente Robotik, Automation und additive Fertigung. Besonders dynamisch entwickelte sich das vierte Quartal, in dem die Erlöse im Vorjahresvergleich um 28 Prozent auf 244,2 Millionen GBP anzogen.
Vom Geschäftsverlauf sollen auch die Anteilseigner profitieren. Das Management schlug neben einer Erhöhung der regulären Dividende um 5 Prozent eine Sonderdividende in Höhe von 70 Pence je Aktie vor. Für das Geschäftsjahr 2027 stellt das Unternehmen ein weiteres Vorankommen in Aussicht.
Kapazitätsverdopplung bei Encodern und ERP-Pause
Um die anhaltende Nachfrage zu bedienen, verstärkt Renishaw seine Investitionen. Medienberichten zufolge sollen sich die Ausgaben für Produktionsanlagen im Geschäftsjahr 2027 verdoppeln. Der Fokus liegt dabei auf dem Ausbau der Fertigungskapazitäten für Encoder, die bis zum Ende des Geschäftsjahres 2027 vollständig einsatzbereit sein sollen.
Einen Rückschlag verzeichnete der Konzern hingegen bei der Modernisierung seiner internen Systeme. Die weltweite Einführung des neuen ERP-Systems wurde bis zum Ende des Kalenderjahres 2026 gestoppt. Das Unternehmen war zu dem Schluss gekommen, dass das Design der bisherigen Umsetzung im Vereinigten Königreich für den weiteren internationalen Rollout ungeeignet ist.
Neue Systeme und prämierte Messtechnik
Flankiert wurden die Geschäftszahlen von mehreren Neuvorstellungen. Mitte September brachte das Unternehmen das fünfachsige schaltende Messsystem PH20 PLUS auf den Markt und stellte den Umgebungskompensator XC100 vor. Am Montag folgte zudem eine Auszeichnung: Für das System Equator-X erhielt Renishaw den AMB Award 2026 in der Kategorie Messtechnik und Qualitätssicherung.
An der Börse notierte das Papier am Freitag bei einem Schlusskurs von 66,00 Euro. Damit liegt der Wert 2,9 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 68,00 Euro, das am Mittwoch erreicht worden war. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Plus von 63 Prozent.
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