Redwood, Aktie

Redwood Aktie: Abschied vom REIT

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 23:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Verwaltungsrat beschloss den Wechsel zur steuerpflichtigen Kapitalgesellschaft; zugleich verfehlten Quartalsgewinn und Umsatz die Analystenschätzungen.
Moderne Architektur eines Bürogebäudes im goldenen Licht als Symbol für den Immobiliensektor Illustration mit AI erstellt.

Redwood Trust baut sich grundlegend um. Der Hypothekenfinanzierer will seinen Status als Real Estate Investment Trust aufgeben und künftig als gewöhnliche, steuerpflichtige Kapitalgesellschaft firmieren. Die Ankündigung kam zusammen mit enttäuschenden Quartalszahlen.

Dividende schrumpft auf zwei Cent

Der Verwaltungsrat hat den Plan einstimmig beschlossen, wirksam für das Steuerjahr 2027. Das Management verspricht sich davon mehr Spielraum, Gewinne einzubehalten und in die Hypothekenplattformen zu investieren. Außerdem soll ein Zugang zu günstigerem Kapital entstehen.

Der Preis für Einkommensanleger ist hoch. Die vierteljährliche Dividende wird auf 0,02 Dollar je Aktie angesetzt. Die neue Politik soll mit der Erklärung der Dividende für das vierte Quartal im Dezember greifen.

Dem steht ein bilanzieller Vorteil gegenüber. Redwood kann Verlustvorträge aus den REIT-Geschäften gegen Gewinne der steuerpflichtigen Sparten verrechnen. Der Buchwert je Aktie soll dadurch im vierten Quartal um 0,73 bis 0,77 Dollar steigen. Die nutzbaren Verlustvorträge beziffert das Unternehmen auf rund 304 Millionen Dollar.

Tauschangebot und Reverse Split

Für Anteilseigner, die auf laufende Erträge setzen, plant Redwood in der Woche ab dem 9. November ein Tauschangebot. Stammaktien im Volumen von 50 Millionen Dollar sollen gegen eine neue Vorzugsaktie der Serie B mit elf Prozent Kupon getauscht werden. Die Größe könnte steigen, falls die Nachfrage deutlich höher ausfällt.

Das Verfahren läuft als modifizierte holländische Auktion, deren Ergebnis das Tauschverhältnis bestimmt. Das Unternehmen erwartet, dass der Nennwert der Vorzugsaktien über dem Wert der getauschten Stammaktien liegt. Das Angebot hat noch nicht begonnen, die endgültigen Bedingungen folgen zum Start. Eine Notierung an der New Yorker Börse ist beantragt.

Zum Schutz der Steuervorteile hat der Verwaltungsrat zudem einen Rechteplan verabschiedet. Er wird gefährlich für Neuaktionäre: Wer 4,9 Prozent oder mehr der Stammaktien erwirbt, löst Rechte aus, die andere Aktionäre zum Kauf mit 50 Prozent Abschlag berechtigen. Bestehende Großaktionäre genießen Bestandsschutz.

Hinzu kommt ein Reverse Split im Verhältnis eins zu fünf. Er greift zu Handelsbeginn am 4. Januar 2027. Bei einem Kurs von zuletzt gut drei Dollar soll die Maßnahme die Aktie für breitere Investorenkreise handelbar machen.

Zahlen verfehlen die Erwartungen

Das dritte Quartal fiel schwach aus. Der Gewinn je Aktie lag mit 0,18 Dollar um vier Cent unter der Analystenschätzung von 0,22 Dollar. Beim Umsatz klaffte eine große Lücke: 12,9 Millionen Dollar standen einem Konsens von rund 89 Millionen gegenüber. Die Vergleichbarkeit des Umsatzwerts ist allerdings fraglich.

Die Aktie schloss vor den Meldungen vier Prozent im Minus bei 3,11 Dollar. Auf Sicht von drei Monaten verlor sie gut ein Drittel. Im nachbörslichen Handel gab sie zunächst weiter nach, fing sich laut späteren Notierungen aber zeitweise wieder.

Positiv hob das Management die erweiterte besicherte Kreditlinie hervor, deren Laufzeit bis März 2030 reicht. Das Tauschangebot startet in der Woche ab dem 9. November, der Reverse Split folgt am 4. Januar 2027.

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