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Redcare Pharmacy Aktie: Rezeptgeschäft treibt Prognoseanhebung

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 03:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Berenberg und MPCM setzen auf das Rezeptgeschäft; Redcare hob die Umsatzwachstumsprognose für 2026 auf 16 bis 18 Prozent an.

Editorialfoto eines Trading-Floors mit Aktiencharts und Pharma-Sektorsymbolen auf Bildschirmen
Redcare Pharmacy (Shop Apoth), ISIN NL0012044747, dokumentiert Trading-Floor der AEX mit Pharma-Sektorcharts auf Großbildschirmen Illustration mit AI erstellt.

Das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten trägt die höheren Erwartungen an Redcare Pharmacy. Am Mittwoch hoben zwei Analysehäuser ihre Kursziele an. Ihre Begründungen gehen über die jüngste Prognoseanhebung hinaus: Ein besseres Kundenerlebnis könnte häufigere Rezepteinlösungen und höhere Warenkörbe ermöglichen. Damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie nachhaltig sich die stärkere Nachfrage in Umsatzwachstum übersetzen lässt.

Kundenerlebnis als Wachstumstreiber

Berenberg erhöhte am Mittwoch das Kursziel von 94 auf 102 Euro und bestätigte die Kaufempfehlung. Analyst Gerhard Orgonas begründete seine Zuversicht mit dem Kundenerlebnis bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.

Seine Überlegung verbindet Kundenbindung mit Umsatzpotenzial: Wer mit der Abwicklung zufrieden ist, könnte häufiger Rezepte einlösen und größere Warenkörbe bestellen. Das ist eine Erwartung des Analysten, keine bereits gemeldete Geschäftszahl. Für Anleger liegt darin dennoch eine wichtige Begründung für die optimistischere Bewertung.

Auch MPCM hob am Mittwoch das Kursziel an, von 116 auf 120 Euro. Die Kaufempfehlung blieb bestehen. Analyst Yannik Siering verwies auf die zweite Prognoseanhebung des Unternehmens im laufenden Geschäftsjahr und bezeichnete verschreibungspflichtige Medikamente als den derzeitigen Geschäftstreiber.

Beide Einschätzungen richten den Blick damit auf denselben Bereich. Die Argumentation setzt allerdings unterschiedliche Schwerpunkte: Berenberg betont mögliche Folgeeffekte eines besseren Kundenerlebnisses. MPCM stützt sich stärker auf die bereits angehobenen Unternehmensziele.

Höhere Prognose als Fundament

Redcare Pharmacy hatte am 28. September die Prognose für das Umsatzwachstum im Geschäftsjahr 2026 auf 16–18% erhöht. Als Grund nannte das Unternehmen eine stärker als erwartete Dynamik bei verschreibungspflichtigen Medikamenten in Deutschland.

Die Unterscheidung ist entscheidend: Die Prognoseanhebung ist eine Unternehmensentscheidung. Häufigere Rezepteinlösungen und höhere Warenkörbe bleiben dagegen mögliche zusätzliche Wachstumseffekte. Die Analysten begründen ihre höheren Kursziele somit sowohl mit verbesserten Vorgaben als auch mit Erwartungen an das weitere Kundenverhalten.

Die positiven Kommentare unterstützten am Mittwoch eine Erholung nach der jüngsten Schwäche. dpa-AFX führte den vorherigen Rücksetzer auf Gewinnmitnahmen nach der prognosegetriebenen Rally Ende September zurück, nicht auf eine neu gemeldete negative Unternehmensnachricht.

Für die weitere Einordnung stehen deshalb die Geschäftszahlen im Vordergrund. Die Ergebnisse des dritten Quartals müssen zeigen, wie sich die stärkere Nachfrage im Rezeptgeschäft tatsächlich niederschlägt. Die höheren Kursziele formulieren Zuversicht; der operative Nachweis entscheidet über ihre Belastbarkeit.

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