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Red Cat Aktie: 100-Prozent-Zoll auf Militärdrohnen in Kraft

Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 09:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue US-Zölle stützen Red Cat, während Analysten unterschiedliche Kursziele nennen. Zugleich wachsen Umsatz und Nettoverlust im zweiten Quartal.

Red Cat profitiert von US-Zöllen und erhält gemischte Analystenurteile
Silhouette einer Militärdrohne vor einem dramatischen Sonnenuntergang über einer Industrielandschaft. Illustration mit AI erstellt.

Für den US-Drohnenhersteller Red Cat markiert der heutige Freitag einen wichtigen Wendepunkt im Wettbewerbsumfeld. Die Aktie gewinnt heute 3,5 % an Wert und notiert bei 7,50 €. Hintergrund der positiven Stimmung ist das offizielle Inkrafttreten neuer Handelsbarrieren für ausländische Konkurrenten auf dem US-Markt.

Neue Handelshemmnisse für ausländische Anbieter

Gestern traten umfassende US-Importzölle für unbemannte Flugsysteme (UAS) in Kraft. Medienberichten zufolge basieren diese Maßnahmen auf einer Proklamation unter Sektion 232, die bereits Mitte August unterzeichnet wurde. Drohnen im militärischen Bereich sowie schwere Modelle mit einem Gewicht von über 25 Kilogramm werden seither mit einem Zollsatz von 100 % belegt. Für kleinere kommerzielle Drohnen gilt ab sofort ein Einfuhrsatz von 25 %.

Diese regulatorische Änderung zielt darauf ab, die heimische US-Produktion gegenüber ausländischen Importen zu schützen. Red Cat gehört als amerikanisches Unternehmen zu den potenziellen Profiteuren dieser Marktabschottung. Bereits unmittelbar nach der ersten Ankündigung der Zölle vor rund drei Wochen reagierte das Papier mit deutlichen Kursgewinnen im vorbörslichen Handel, während auch Wettbewerber wie AeroVironment oder Kratos zulegen konnten.

Analysten zwischen Kaufempfehlung und Abwarten

Das veränderte Marktumfeld spiegelt sich auch in den jüngsten Einschätzungen der Analystenhäuser wider. Am Montag startete Evercore die Beobachtung der Aktie mit einer Einstufung auf „Outperform“ und rief ein Kursziel von 15,00 US-Dollar aus.

Die Experten zeigen sich damit deutlich optimistischer als die Konkurrenz. Nur zwei Tage später, am Mittwoch, initiierte Piper Sandler die Abdeckung von Red Cat. Das Haus vergab ein „Hold“-Rating bei einem Kursziel von 9,00 US-Dollar und wählte damit eine abwartende Haltung.

Die unterschiedlichen Kursziele verdeutlichen die Volatilität der Einschätzungen in einem dynamischen Technologiefeld. Trotz der jüngsten Erholungstendenzen zeigt der langfristige Trend noch Nachholbedarf: Der aktuelle Kurs liegt weiterhin 21 % unter seinem 200-Tage-Durchschnitt. Investoren wägen derzeit ab, inwiefern die protektionistischen Maßnahmen die operativen Verluste des Unternehmens kompensieren können.

Umsatzwachstum trifft auf steigende Verluste

Die operative Entwicklung der Gruppe zeigt ein zweigeteiltes Bild. Wie das Unternehmen bereits vor rund einem Monat bei der Vorlage der Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 bekannt gab, stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 520 % auf 20,2 Millionen US-Dollar.

Dennoch weitete sich der Nettoverlust im selben Zeitraum deutlich aus. Das Minus belief sich auf 35,3 Millionen US-Dollar, was einem Verlust je Aktie von 0,26 US-Dollar entspricht. Im zweiten Quartal 2025 hatte der Verlust noch bei 0,14 US-Dollar gelegen.

Red Cat hält trotz der Verluste an seinen Zielen fest und erwartet für das Gesamtjahr 2026 einen Umsatz zwischen 150 und 180 Millionen US-Dollar. Parallel zum finanziellen Ausbau treibt das Management personelle und strategische Veränderungen voran.

Seit dem 12. August fungiert Mitch McDonald als Divisional CEO der UAS-Sparte. Zudem vereinbarte die Tochtergesellschaft Blue Ops am 17. August eine Partnerschaft mit dem Unternehmen Havoc, um autonome maritime Verteidigungssysteme zu entwickeln.

Auf der Ebene der Unternehmensführung gab es zuletzt zudem Bewegungen im Aktienregister. Am Freitag der vergangenen Woche veräußerte Direktor Nicholas Reyland Liuzza Jr. insgesamt 65.000 Anteile zu einem Durchschnittspreis von 8,50 US-Dollar.

Bereits früher im August hatte dasselbe Board-Mitglied ein Paket von 55.000 Aktien verkauft. Solche Transaktionen durch Insider werden am Markt oft aufmerksam beobachtet, da sie Aufschluss über die kurzfristige Erwartungshaltung von Führungskräften geben können.

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