Realheart Aktie: Kunstherz verursacht sechsmal weniger Blutschäden
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 12:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit neuen wissenschaftlichen Daten zur Biokompatibilität und Strömungsmechanik treibt das schwedische Medizintechnikunternehmen Realheart die Entwicklung seines künstlichen Gesamtherzens voran. Das System namens Realheart TAH erzielte in zwei aktuellen Untersuchungen deutliche Verbesserungen gegenüber herkömmlichen Lösungen und untermauert damit den langfristigen Entwicklungsplan des Unternehmens.
Am Markt sorgt der operative Fortschritt für Interesse. Die Aktie von Realheart legte am heutigen Mittwoch um 7,6 Prozent zu und stieg auf einen Kurs von 1,49 Euro.
Deutlich verringerte Blutschäden im Laborvergleich
Im Mittelpunkt der jüngsten Veröffentlichungen stehen Resultate zur Schonung des Blutes bei mechanischer Pumpförderung. Laut einer im Fachjournal Scientific Reports veröffentlichten, begutachteten Studie verursachte das Realheart TAH rund sechsmal weniger Blutschäden als das bislang einzige von der US-Zulassungsbehörde FDA zugelassene Kunstherz, das sich im breiten klinischen Einsatz befindet.
Eine geringere Hämolyse und eine reduzierte Schädigung der Blutbestandteile gelten in der Herzchirurgie als entscheidender Faktor, um postoperative Komplikationen wie Thrombosen oder Schlaganfälle bei Patienten zu minimieren.
Kurz darauf folgten Ergebnisse aus einer Kooperation mit der Universität Linköping. Im Rahmen einer medizinischen 4D-Bildgebungsstudie analysierten die Forscher die Strömungsmechanik der Pumpe.
Das Realheart TAH erzeugte dabei Strömungsmuster, die mit denen eines natürlichen menschlichen Herzens vergleichbar sind. Eine physiologische Strömung gilt als wichtige Voraussetzung dafür, dass sich im Pumpeninnenraum keine gefährlichen Strömungswirbel oder Ablagerungen bilden.
Zeitplan für klinische Erprobung am Menschen
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse flankieren die strategischen Zielsetzungen der Unternehmensführung. Der Vorstand von Realheart beschloss am 20. August eine aktualisierte Roadmap für das Projekt: Demnach strebt die Gesellschaft an, im Februar 2028 für die erstmalige Implantation des Realheart TAH am Menschen bereit zu sein.
Parallel dazu bekräftigte das Führungsgremium, dass die für das Jahr 2026 definierten Vorgaben unverändert wichtige Zwischenschritte auf diesem Weg darstellen.
Finanzielle Basisdaten lieferte der am 26. August vorgelegte Halbjahresbericht für den Zeitraum von Januar bis Juni 2026. Für Anleger bleibt neben den labortechnischen Fortschritten vor allem die Einhaltung des mehrjährigen Zeitplans entscheidend, da bis zur ersten klinischen Anwendung am Menschen umfangreiche präklinische Tests und regulatorische Vorbereitungen erforderlich sind. Trotz des heutigen Kursanstiegs notiert der Titel mit einem Abschlag von 25 Prozent noch unter seinem 52-Wochen-Hoch von 2,00 Euro.
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