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Readcrest Capital Aktie: Entschuldung gelingt

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 09:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Nettoschuldenstand sank deutlich, während das EBITDA hinter den Analystenschätzungen blieb; die Jahresprognose gilt weiterhin.

Readcrest Capital senkt Schulden, verfehlt aber Halbjahreserwartungen
Ein professioneller Schreibtisch mit einer Ledermappe und einem Füllfederhalter bei natürlichem Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Bilanz wird leichter, das operative Geschäft hakt: Readcrest Capital hat im ersten Halbjahr die Erwartungen leicht verfehlt, beim Schuldenabbau aber geliefert. Die Jahresziele bleiben unverändert.

Britisches Pflegegeschäft bremst

Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 1,6 Prozent auf 65,3 Millionen Euro und stammt komplett aus der Pflege zu Hause in Großbritannien. Währungsbereinigt wäre das Wachstum mit rund 4,5 bis 5 Prozent deutlich höher ausgefallen. Die wöchentlichen Pflegestunden blieben mit 88.900 praktisch stabil. Getragen wurde der Umsatz von höheren Abrechnungssätzen und zugekauften Gesellschaften.

Gegenwind kam aus Manchester. Bei der Neuausschreibung bekam die Tochter GHSC nur noch einen statt zwei Gebietslosen und verlor zudem ein Extra-Care-Projekt an einen Wettbewerber. Hinzu kamen gekürzte Stunden bei einer Kommune mit Haushaltsdefizit.

Das Konzern-EBITDA sank auf 3,4 Millionen Euro, nach 5,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Analysten hatten mit 4,0 Millionen Euro gerechnet. Belastend wirkten die Konsolidierung der deutschen Projektentwicklung RCS und die Holdingkosten. Im britischen Kerngeschäft fiel das EBITDA vergleichbar gerechnet um etwa 15 Prozent, weil Lohnerhöhungen im April und weniger organische Stunden die Zukäufe überwogen.

Schuldenabbau als Lichtblick

Der Verkauf des Pflegeheim-Portfolios spülte Geld in die Kasse. Readcrest tilgte damit Bankschulden von 30 Millionen Pfund. Zusammen mit der Umwandlung eines Teils der Pflichtwandelanleihe in Eigenkapital sank die Nettoverschuldung von 180,1 auf 123,5 Millionen Euro.

Die Prognose für 2026 bestätigte das Management: ein EBITDA von mindestens 22 Millionen Euro. Darin stecken Einmaleffekte aus Gläubigerverzichten von mindestens 14 Millionen Euro, die an noch ausstehende Zahlungen geknüpft sind.

Die Zahl hängt also stark vom Timing ab. Operativ gilt das Ziel als erreichbar, weil das zweite Halbjahr die vollen höheren Abrechnungssätze und drei im dritten Quartal abgeschlossene Zukäufe enthält. Diese sind in der Prognose noch nicht berücksichtigt.

RCS bleibt der Unsicherheitsfaktor

In Halle wechselt RCS vom Paketverkauf zum Einzelverkauf der 399 Wohnungen. Das dürfte die Preise stützen, schiebt aber die Zahlungsströme nach hinten. Zudem muss der Markt nun 399 Einheiten bei steigenden Zinsen aufnehmen. Ein überarbeiteter Bauantrag steht im vierten Quartal an, der Baustart ist für das dritte Quartal 2027 vorgesehen. In Schwerin soll es im ersten Quartal 2027 losgehen.

Die Analysten bleiben bei ihrer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 2,80 Euro. Entscheidend ist, ob die Gläubigerverzichte wirksam werden: Erst dann zählen die Einmaleffekte in der Prognose tatsächlich.

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