Rapport, Therapeutics

Rapport Therapeutics Aktie: Manie-Studie überzeugt

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 17:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de
RAP-219 erreichte in einer Phase-2-Studie den primären Endpunkt; schwere Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.
Abstrakte Darstellung moderner biotechnologischer Forschung und medizinischer Innovation in einem Labor. Illustration mit AI erstellt.

Die Studiendaten zu RAP-219 bei akuter bipolarer Manie haben die Aktie von Rapport Therapeutics kräftig bewegt. Vorbörslich legte der Kurs um gut 31 Prozent zu. Der Wirkstoff liefert damit erstmals klinische Evidenz für seinen neuartigen Wirkmechanismus in einer zweiten Indikation neben Epilepsie.

Was die Phase-2-Studie zeigt

In der randomisierten, placebokontrollierten Studie erhielten 253 Erwachsene mit bipolarer Störung Typ I entweder 0,75 Milligramm RAP-219 täglich oder Placebo, drei Wochen lang stationär. Der primäre Endpunkt wurde erreicht: Auf der Young Mania Rating Scale verbesserten sich die Patienten unter dem Wirkstoff um 3,1 Punkte stärker als unter Placebo (p=0,045). Auch der sekundäre Endpunkt, ein klinischer Schweregrad-Score, fiel signifikant aus.

Das Signal baute sich über die Behandlungsdauer auf. Der Placebo-Abstand wuchs von 0,9 Punkten nach einer Woche auf 2,2 nach zwei und 3,1 nach drei Wochen. Alle elf Einzelmerkmale der Skala verbesserten sich zumindest numerisch.

Der p-Wert liegt nur knapp unter der Signifikanzschwelle. Das erklärt, warum Analysten vor allem die Verträglichkeit hervorheben.

Sauberes Sicherheitsprofil

Unerwünschte Ereignisse traten unter dem Wirkstoff ähnlich häufig auf wie unter Placebo. Alle waren leicht oder mittelschwer, schwerwiegende Nebenwirkungen gab es nicht. Typische Probleme heutiger Manie-Medikamente wie Akathisie oder extrapyramidale Symptome blieben aus. Häufigste Auffälligkeit war Unruhe, die unter RAP-219 etwas öfter vorkam, meist in der ersten Woche auftrat und nach durchschnittlich zwei Tagen abklang.

Truist sieht darin einen ermutigenden Hinweis für das Leitprogramm bei fokalen Anfällen. Die Bank bekräftigte ihr Kursziel von 56 Dollar und räumte ein, mit niedrigen Erwartungen in die Daten gegangen zu sein. Die Kursziele der Analysten streuen breit: von 50 Dollar bis 89 Dollar bei BTIG. Wells Fargo bleibt ebenfalls bei "Buy".

Fahrplan und Finanzierung

Im ersten Quartal 2027 will das Unternehmen mit der US-Arzneimittelbehörde FDA über das Design der Zulassungsstudien sprechen. Zwei Phase-3-Studien bei akuter Manie sollen in der zweiten Jahreshälfte 2027 starten.

Parallel laufen die Phase-3-Studien FOCUS 1 und FOCUS 2 bei fokalen Anfällen. Erste Daten aus der Langzeitverlängerung der Phase-2a-Studie in dieser Indikation sind für das vierte Quartal 2026 angekündigt.

Finanziell ist Rapport laut Unternehmen bis in die zweite Jahreshälfte 2029 abgesichert, mit 436,1 Millionen Dollar an liquiden Mitteln. Das deckt auch die erwarteten Phase-3-Ergebnisse bei fokalen Anfällen ab.

Vorbörslich notierte die Aktie bei 37,49 Dollar, zuletzt wurden rund 29,74 Dollar genannt. Das Hoch der vergangenen zwölf Monate liegt bei 52,93 Dollar. Der nächste konkrete Termin ist die Datenvorlage zur Langzeitsicherheit in der Epilepsie im Schlussquartal 2026.

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