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Quest Diagnostics Aktie: CMS plant 15-Prozent-Kürzung ab 2027

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 08:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die geplanten Medicare-Kürzungen belasten Quest Diagnostics, obwohl der Laborkonzern zuletzt wuchs und seine Umsatzprognose für 2026 anhob.

Automatisierter Laboranalysator mit Blutproben-Röhrchen in klinischem Diagnostiklabor
Quest Diagnostics US74834L1008 zeigt automatisierten Laboranalysator mit Blutproben in modernem Diagnostiklabor fotorealistisch dargestellt Illustration mit AI erstellt.

Die US-Gesundheitsbehörde CMS plant deutliche Einschnitte bei den Vergütungssätzen für Labordienstleistungen, was am Markt für spürbare Verunsicherung sorgt. Die Aktie von Quest Diagnostics verliert heute im vorbörslichen Handel 6,1 Prozent auf 200,50 Euro, nachdem das Papier gestern noch bei 213,60 Euro notiert hatte. Anleger reagieren damit auf regulatorische Risiken, die das künftige Ertragspotenzial im Medicare-Geschäft belasten könnten.

Kürzungspläne der CMS ab 2027

Gestern veröffentlichte die Behörde vorläufige Vergütungssätze für das Kalenderjahr 2027 im Rahmen des Clinical Laboratory Fee Schedule. Laut CMS bezahlte das staatliche Medicare-Programm Laboren im Vergleich zu privaten Krankenversicherern rund 16 Prozent zu viel. Diese Differenz soll ab dem 1. Januar 2027 durch jährliche Kürzungen der Erstattungssätze um bis zu 15 Prozent schrittweise abgebaut werden.

Die Behörde schätzt, dass die Neuausrichtung der Tarife den Steuerzahlern jährlich rund 1 Milliarde $ einsparen wird. Gesetzlich ist festgelegt, dass die Vergütung für diagnostische Labortests bis einschließlich 2029 um maximal 15 Prozent pro Jahr gesenkt werden darf.

Betroffene Labore und Verbände haben ab der gestrigen Veröffentlichung ein rund 30-tägiges Zeitfenster, um offizielle Stellungnahmen einzureichen. Diese Frist endet voraussichtlich um den 21. Oktober 2026.

Widerstand und politische Gegenwehr

Quest Diagnostics stellt sich gemeinsam mit Branchenpartnern gegen die Kürzungspläne. Das Unternehmen hatte am 16. September eine landesweite Umfrage vorgelegt, wonach neun von zehn befragten Wählern Besorgnis darüber äußerten, dass geringere Erstattungen den Zugang von Patienten zu diagnostischen Tests gefährden könnten.

Parallel dazu setzt das Unternehmen auf die Legislative. Gemeinsam mit der American Clinical Laboratory Association wirbt Quest Diagnostics im US-Kongress für die Verabschiedung des überparteilichen RESULTS Act vor Januar 2027. Der Gesetzentwurf wird von rund 130 Abgeordneten sowie mehr als 70 Patientenorganisationen unterstützt und soll die drohenden Kürzungen abfedern.

Solide Basis durch starkes Vorquartal

Die regulatorische Debatte trifft den Laborkonzern in einer Phase operativen Wachstums. Für das zweite Quartal 2026, das am 30. Juni endete, wies Quest Diagnostics einen Umsatz von 3,04 Milliarden $ aus, was einem Zuwachs von 10,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach.

Als Treiber erwiesen sich eine anhaltend robuste klinische Nachfrage, ein zweistelliges Plus im Bereich Advanced Diagnostics sowie der Ausbau von Kooperationen mit Corewell Health und Fresenius Medical Care.

Vor diesem Hintergrund hatte das Management am 23. Juli die Jahresprognose für 2026 angehoben. Der Konzernumsatz soll demnach zwischen 11,95 Milliarden und 12,05 Milliarden $ liegen, nachdem zuvor 11,78 Milliarden bis 11,90 Milliarden $ angepeilt worden waren. Beim bereinigten verwässerten Gewinn je Aktie rechnet das Unternehmen mit einem Wert zwischen 11,05 und 11,25 $.

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