QuantumScape Aktie: PowerCo übernimmt Zellfertigung
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 09:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-amerikanische Entwickler von Feststoffbatterien QuantumScape befindet sich in einer Phase der strategischen Neuausrichtung. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, seinen Kapitalbedarf deutlich zu senken, indem es von der ursprünglich geplanten Eigenproduktion der Batteriezellen abrückt.
Stattdessen setzt das Management verstärkt auf ein Lizenzmodell, bei dem etablierte Partner die Fertigung übernehmen sollen. Dieser Kurswechsel soll die Sichtbarkeit der künftigen Profitabilität erhöhen und die bestehende Produktionsinfrastruktur von Partnern nutzen.
Partnerschaften mit PowerCo und Honda im Fokus
Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist die Zusammenarbeit mit der Volkswagen-Tochter PowerCo. Wie das Unternehmen am 16. Juli bekannt gab, wurde die Kooperation angepasst und auf eine meilensteinbasierte Vergütung umgestellt.
Der Gesamtwert dieser Zahlungen ist nun auf maximal 75,4 Millionen US-Dollar gedeckelt, was eine deutliche Reduzierung gegenüber den ursprünglich vereinbarten 131 Millionen US-Dollar darstellt. In diesem Rahmen übernimmt PowerCo die Herstellung der Feststoffbatteriezellen für Elektrofahrzeuge, wobei der kommerzielle Marktstart für das Jahr 2027 anvisiert wird.
Parallel dazu treibt das Unternehmen die technologische Entwicklung mit weiteren Partnern voran. Am 18. Juni wurde eine Forschungsvereinbarung mit Honda bekannt gegeben. Ziel ist es, die Batterieplattform von QuantumScape für den potenziellen Einsatz in Elektroautos, Motorrädern und Antriebssystemen des japanischen Herstellers zu optimieren. Dieser Vereinbarung ging eine intensive technische Evaluierung und ein Benchmarking durch Honda voraus.
Dreiteilung der Geschäftsfelder zur Diversifizierung
Im Rahmen der vor rund zwei Wochen angekündigten Geschäftsaufteilung hat QuantumScape seine Aktivitäten in drei vertikale Bereiche gegliedert. Das Segment QSEV konzentriert sich weiterhin auf den Automobilsektor und Elektrofahrzeuge.
Mit QSDC adressiert das Unternehmen den wachsenden Markt für KI-Rechenzentren, während der Bereich QSAS spezialisierte Lösungen für die Luft- und Raumfahrt sowie den Verteidigungssektor entwickeln soll. Seit dieser Ankündigung hat die Aktie einen Rückgang von 8,3 % verzeichnet.
Aktuell notiert das Papier bei 4,72 € und liegt damit rund 12 % über seinem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust jedoch auf 48 %.
Finanzprognose und operative Fortschritte
Trotz der strategischen Fortschritte bleibt die finanzielle Belastung hoch. Medienberichten zufolge bestätigte das Management für das Gesamtjahr 2026 eine Prognose für den bereinigten EBITDA-Verlust in einer Spanne von 250 bis 275 Millionen US-Dollar.
Bereits im ersten Quartal des laufenden Jahres war ein Nettoverlust nach GAAP in Höhe von 100,8 Millionen US-Dollar angefallen. Analysten zufolge wird mit einer vollständigen kommerziellen Einsatzbereitschaft der Batterien für den Automobilmarkt nicht vor 2029 gerechnet.
Operativ konnte das Unternehmen im Werk in San Jose Fortschritte vermelden. Die automatisierte Pilotproduktionslinie „Eagle Line“ erreichte bei Kernwerkzeugen eine Betriebszeit von über 90 %. QuantumScape plant, den Ausstoß dieser Linie in der zweiten Jahreshälfte 2026 zu verdoppeln.
Während die technische Skalierung voranschreitet, gab es auf der Führungsebene im Juli Aktienverkäufe: CTO Timothy Holme veräußerte im Juli ein Aktienpaket zu einem Durchschnittspreis von 7,28 US-Dollar je Aktie, nachdem er zuvor Optionen ausgeübt hatte.
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