Quanterix, Aktie

Quanterix Aktie: Prognose kassiert

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 16:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Quanterix enttäuscht mit schwachen Q2-Zahlen und senkt Jahresausblick deutlich. Der Kurs fällt nachbörslich um fast 43 Prozent.

Quanterix-Aktie stürzt nach Quartalszahlen und Prognosesenkung ab
Abstrakte Darstellung von finanzieller Unsicherheit und Marktvolatilität vor einer modernen Bürofassade. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Quartalsbericht kann eine Aktie ins Straucheln bringen. Bei Quanterix genügte er, um den Kurs regelrecht zu halbieren. Nach der Vorlage der Zweitquartalszahlen brach die Aktie im nachbörslichen Handel um 42,93 Prozent auf 2,30 Dollar ein und rutschte damit nahe an ihr 52-Wochen-Tief von 2,15 Dollar.

Der Auslöser: Quanterix verfehlte die eigenen Erwartungen deutlich und kappte gleichzeitig die Jahresprognose kräftig.

Umsatz bleibt weit hinter den Erwartungen

Im zweiten Quartal setzte der Biomarker-Spezialist 32,9 Millionen Dollar um — Analysten hatten mit 38,06 Millionen Dollar gerechnet. Auf den ersten Blick wuchs der Umsatz um 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das liegt jedoch allein an der Übernahme von Akoya Biosciences. Rechnet man die Akoya-Erlöse aus dem Vorjahresquartal mit ein, schrumpfte der Umsatz sogar um 23 Prozent — ein deutliches Zeichen struktureller Schwäche im Kerngeschäft.

Immerhin gab es Lichtblicke bei der Profitabilität. Die bereinigte Bruttomarge kletterte auf 47,9 Prozent von 41,8 Prozent im Vorjahresquartal, der bereinigte EBITDA-Verlust schrumpfte auf 10,0 Millionen Dollar von zuvor 13,7 Millionen Dollar. Zum Quartalsende verfügte das Unternehmen über 96,9 Millionen Dollar an Cash und Wertpapieren, schuldenfrei. Ein Goodwill-Abschreiber von 26,9 Millionen Dollar im Zusammenhang mit Akoya belastete das GAAP-Ergebnis zusätzlich, ohne operative Auswirkungen.

Prognose deutlich zurückgenommen

Der eigentliche Schock steckt im Ausblick. Quanterix senkte die Umsatzprognose für 2026 auf eine Spanne von 142 bis 148 Millionen Dollar — zuvor waren 169 bis 173 Millionen Dollar angepeilt, ein Rückgang von rund 15 Prozent im Mittelwert. Die Marge für die bereinigte Bruttomarge wurde ebenfalls gestutzt, auf 48 bis 50 Prozent statt der bisherigen 49 bis 53 Prozent.

Noch schwerer wiegt der zeitliche Rückschlag beim Cashflow: Den Break-even hatte das Management ursprünglich für die zweite Jahreshälfte 2026 versprochen, jetzt rückt er ins Jahr 2027. Der erwartete Kassenbestand zum Jahresende sinkt von rund 100 Millionen Dollar auf etwa 80 Millionen Dollar.

Neue Führung soll Wende bringen

Als Reaktion auf die anhaltenden Vertriebsprobleme baute Quanterix sein Management komplett um. Jim Gute, zuvor bei Exact Sciences und GE Healthcare in leitenden Vertriebsfunktionen tätig, übernimmt als neuer Chief Commercial Officer die Aufgabe, das Geschäft von einer geografischen auf eine produktorientierte Vertriebsstruktur umzustellen. Parallel dazu wurden mit Anthony Catalano als Chief Operating Officer und Jason Faessler als Chief Financial Officer weitere Schlüsselpositionen neu besetzt.

Das Management räumte offen ein, dass frühere Vertriebsanpassungen die erwarteten Produktivitätsgewinne bislang nicht gebracht haben. Vor allem in Nordamerika und im akademischen Umfeld bleibt die Nachfrage schwach.

Alzheimer-Diagnostik bleibt Hoffnungsträger

Einen klaren Fortschritt gab es im Diagnostikgeschäft. Für den Bluttest LucentAD Complete erhielt Quanterix eine CMS-Erstattung von 897 Dollar, seit dem 1. Juli 2026 übernimmt auch Anthem Blue Cross and Blue Shield die Kosten bei medizinischer Notwendigkeit. Der Test erreichte in Studien eine Genauigkeit von 92,3 Prozent und reduzierte die diagnostische "Grauzone" auf 10 Prozent gegenüber 30 Prozent bei Konkurrenzprodukten. Die Einreichung bei der FDA läuft, ein Zulassungsantrag für das HD-X-Instrument ist für 2027 geplant.

Für das dritte Quartal rechnet das Management mit einem Umsatz auf dem Niveau von Q2, ohne Erholung bei akademischen und staatlichen Ausgaben einzukalkulieren. Stattdessen soll das Wachstum über die neue Vertriebsstruktur, neue Produkte und die Diagnostik-Sparte kommen — ein Plan, der nach dem Kurssturz vom Montag erst einmal Vertrauen zurückgewinnen muss.

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