Qualcomm Aktie: Rechenzentren statt Smartphones
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 23:44 Uhr | Redaktion boerse-global.deQualcomm hat zum Abschluss des Geschäftsjahres 2026 die Erwartungen beim Umsatz übertroffen, mit dem Ausblick aber enttäuscht. Die Aktie gab nachbörslich um knapp fünf Prozent auf rund 165 Dollar nach. Der Grund liegt im Kerngeschäft: Steigende Speicherpreise bremsen den Smartphone-Markt.
Smartphone-Chips unter Druck
Der Umsatz sank im vierten Quartal von 11,27 auf 10,44 Milliarden Dollar, lag aber über der Erwartung von 10,15 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie betrug 2,17 Dollar und damit minimal mehr als der Konsens von 2,16 Dollar. Im Vorjahresquartal waren es noch 3,00 Dollar.
Schwach präsentierte sich die Handysparte. Ihre Erlöse fielen um 26 Prozent auf 5,14 Milliarden Dollar und verfehlten die Schätzung leicht. Teurere Speicherchips zwingen Hersteller, die Gerätepreise anzuheben, was die Nachfrage dämpft. Qualcomm hob im September selbst die Preise an. Für 2027 rechnet der Konzern mit einem stagnierenden Handymarkt, sieht aber erste sequenzielle Zuwächse und einen Boden bei Android-Lieferungen in China.
CEO Cristiano Amon betonte, es gebe kein Nachfrage-, sondern ein Angebotsproblem: "Wenn ich mehr Lieferkapazität hätte, würde ich vermutlich besser dastehen."
Ausblick unter den Erwartungen
Für das erste Geschäftsquartal peilt Qualcomm einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,15 bis 2,35 Dollar an. Der Umsatz soll zwischen 10,4 und 11,2 Milliarden Dollar liegen.
Die Mitte der Gewinnspanne liegt unter dem Konsens, der je nach Datenanbieter zwischen 2,27 und 2,32 Dollar angesetzt war. Auch die Investitionen übertrafen mit 2,49 Milliarden Dollar die Schätzung von 1,86 Milliarden deutlich.
Neue Standbeine
Amon lenkt den Blick deshalb auf andere Felder. Das Autogeschäft legte um 89 Prozent auf 1,99 Milliarden Dollar zu und schlug die Erwartungen klar. Die IoT-Sparte wuchs um vier Prozent auf 1,88 Milliarden Dollar. Das Lizenzgeschäft schrumpfte um sieben Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar, entsprach damit aber den Schätzungen. Im Quartal verlängerte Qualcomm Lizenzverträge mit Apple, Huawei und Transsion.
Das größte Versprechen steckt im KI-Rechenzentrumsgeschäft. Dort erlöste der Konzern im Quartal 650 Millionen Dollar, vor allem durch Anpassungs- und Konnektivitätsarbeiten. Für das Geschäftsjahr 2027 stellt Amon fünf Milliarden Dollar in Aussicht.
Zuletzt gewann Qualcomm einen Kunden für optische Konnektivität und führt Gespräche mit einem globalen Hyperscaler. Am Mittwoch kam zudem eine Vereinbarung mit SpaceX über Technologie für dessen Mobilfunkausbau hinzu.
Ob das Rechenzentrumsziel von fünf Milliarden Dollar trägt, dürfte sich an weiteren Kundenabschlüssen ablesen lassen. Der Ausblick für das erste Quartal wird in den kommenden Monaten zeigen, wie stark die Speicherknappheit den Handyabsatz tatsächlich belastet.
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