Qualcomm Aktie: Apple-Geschäft bricht ein
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Teurere Vorprodukte und eine schwächere Nachfrage im Kerngeschäft belasten den Halbleiterkonzern Qualcomm. Im deutschen Handel gibt die Aktie heute um 3,9 Prozent auf 158,04 Euro nach. Damit rückt die operative Ertragskraft des Konzerns wieder stärker in den Fokus der Anleger.
Steigende Komponentenkosten belasten die Profitabilität
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 sank die operative Marge der wichtigsten Chipsparte QCT auf 26 Prozent. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte dieser Wert noch bei 30 Prozent gelegen. Für das vierte Quartal stellt das Management nun eine weitere Abschwächung auf 23 bis 25 Prozent in Aussicht.
Verantwortlich für diesen Rückgang sind vor allem deutliche Kostensteigerungen entlang der gesamten Lieferkette. Höhere Aufwendungen für Wafer, moderne Aufbau- und Verbindungstechniken sowie Speicherbausteine schmälern den Gewinnbeitrag pro geliefertem Halbleiter. Zudem verteuern sich allgemeine Fertigungsmaterialien spürbar.
Branchenbeobachter verweisen in diesem Zusammenhang auf die angespannte Lage im gesamten Mobilfunksektor. Steigende Preise für Speicherkomponenten verteuern die Endgeräte weltweit und dämpfen die Verkaufszahlen, was die Stückzahlauslieferungen der Smartphone-Hersteller bremst.
Rückläufige Erlöse mit Großkunden
Besonders deutlich zeigt sich die Abkühlung im Handset-Bereich der Chipsparte. Die Smartphone-bezogenen Erlöse fielen im dritten Quartal um 20 Prozent im Jahresvergleich auf 5,09 Milliarden US-Dollar. Neben der allgemeinen Marktzurückhaltung wiegt vor allem die veränderte Nachfrage wichtiger Schlüsselkunden schwer.
Für die Monate September bis Dezember 2026 zeichnet sich bei den Erlösen mit Großkunde Apple ein sequenzieller Rückgang um 50 Prozent ab. Der Anteil der Qualcomm-Modems in den neuen Modellgenerationen liegt nach bisherigen Erkenntnissen deutlich unter der zuvor veranschlagten Schwelle von 20 Prozent.
Die vor rund zwei Wochen eingeleiteten Preisanpassungen für das Chip-Sortiment können diesen Margendruck kurzfristig kaum ausgleichen. Da ein erheblicher Teil des Liefervolumens über längerfristige Festpreisverträge gebunden ist, dürften sich Preiserhöhungen erst über einen Zeitraum von mehreren Quartalen positiv in den Bilanzen niederschlagen.
Zurückhaltende Analystenstimmen
Für das vierte Geschäftsquartal peilt Qualcomm einen Gewinn je Aktie in einer Spanne von 2,05 bis 2,25 US-Dollar an. Am Markt wachsen jedoch die Zweifel, wie schnell das Unternehmen die Kostensteigerungen im Volumengeschäft absorbieren kann. Das Analysehaus Zacks senkte seine Einstufung für die Anteilsscheine auf „Strong Sell“.
Im breiteren Marktkonsens dominiert eine abwartende Haltung. Von 38 erfassten Brokerhäusern stufen derzeit 21 Analysten den Chiptitel mit einer Halteempfehlung ein, während das durchschnittliche Kursziel an der Heimatbörse bei 204,10 US-Dollar liegt. Mit einem aktuellen Kursniveau von 158,04 Euro bleibt der Titel vorerst spürbar von seinem bisherigen 52-Wochen-Hoch bei 222,90 Euro entfernt.
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