Pyrum Innovations Aktie: Prognose für 2026 gesenkt
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 08:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der saarländische Reifenrecycler Pyrum Innovations hat seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt und operative Schwierigkeiten beim Hochlauf der neuen Produktionskapazitäten eingeräumt. Nachdem das Unternehmen am Dienstag seine Jahresprognose deutlich nach unten korrigieren musste, legten die Papiere im gestrigen Handel dennoch um 7,7 Prozent auf 28,00 Euro zu.
Verzögerungen bremsen das Umsatzwachstum
In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres steigerte Pyrum den Umsatz um 37,6 Prozent auf 1,743 Millionen Euro, nach 1,267 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Trotz dieses prozentualen Zuwachses blieb die Erlösentwicklung hinter den ursprünglichen Unternehmenszielen zurück. Hauptgrund hierfür sind Verzögerungen beim Hochlauf der neuen Mahl- und Pelletieranlage.
Die Anlage erreicht derzeit lediglich einen Durchsatz von bis zu 1.250 Kilogramm pro Stunde statt der anvisierten 1.650 Kilogramm. Verantwortlich für diesen Engpass sind Einschränkungen beim Abtransport des gemahlenen Materials aus den Silos.
Um die Verzögerungen aufzuholen, reagiert das Unternehmen mit einer Ausweitung der Betriebszeiten: Eine Genehmigung zur temporären Ausweitung von 16 auf 24 Betriebsstunden täglich liegt für die kommenden zwei Monate vor. Eine dritte Schicht soll bis Ende September etabliert sein.
Deutliche Verluste und schmelzende Liquidität
Auf der Ergebnisseite spiegeln sich die operativen Belastungen wider. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich im ersten Halbjahr auf minus 4,358 Millionen Euro. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) stand ein Verlust von 6,297 Millionen Euro in den Büchern, während sich das Periodenergebnis auf minus 7,003 Millionen Euro belief.
Die Verzögerungen und operativen Ausgaben wirken sich spürbar auf die Liquiditätspolster aus. Zum Stichtag am 30. Juni 2026 verfügte Pyrum noch über liquide Mittel in Höhe von 6,102 Millionen Euro. Am Jahresende 2025 hatte dieser Wert noch bei 17,006 Millionen Euro gelegen.
Wegen der anhaltenden Engpässe senkte das Management am Dienstag die Prognose für das Gesamtjahr 2026. Beim Konzernumsatz werden nur noch 4,2 bis 5,3 Millionen Euro angepeilt, nachdem zuvor 6,5 bis 9,5 Millionen Euro prognostiziert worden waren.
Das Konzern-EBIT wird nun zwischen minus 10,0 und minus 12,5 Millionen Euro erwartet, nach einer ursprünglichen Spanne von minus 8,0 bis minus 10,5 Millionen Euro.
Förderzusage für Expansionsschritte in Skandinavien
Einen Fortschritt meldete das Unternehmen gestern parallel zu den Geschäftszahlen aus Skandinavien. Der schwedische Projektpartner GreenTech Recycling Tires AB hat für das dort geplante Vorhaben eine Förderzusage über 24 Millionen Euro erhalten.
Damit stehen den kurzfristigen operativen Bremsspuren im Anlagenbetrieb weitere Schritte bei der internationalen Expansion gegenüber, die über Partnerschaften vorangetrieben werden. Anleger müssen nun beobachten, wie schnell die technischen Anpassungen an der Mahlanlage greifen und ob der avisierte Dreischichtbetrieb die erhoffte Entlastung bringt.
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