Puma Aktie: Weniger Verlust, mehr Sorgen
Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 13:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Blick auf die Zahlen von Puma zeigt zwei Geschichten gleichzeitig. Unter dem Strich schrumpft der Verlust deutlich – doch das operative Geschäft läuft schlechter als noch vor einem Jahr. Die Börse reagierte am Freitag mit Kursabschlägen, die Aktie gab zeitweise rund drei Prozent auf 27,34 Euro nach.
Der Konzernumbau unter dem neuen Vorstandschef Arthur Hoeld sowie eine schwächere Nachfrage im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt haben im zweiten Quartal auf den Umsatz gedrückt. Die Erlöse sanken währungsbereinigt um 9,4 Prozent auf 1,69 Milliarden Euro. Besonders das Großhandelsgeschäft in Nordamerika und Europa schwächelte – Puma reduziert dort bewusst die Verkäufe in diesem Kanal.
Zollrückerstattung schönt die Bilanz
Der ausgewiesene EBIT-Verlust verringerte sich auf 53,1 Millionen Euro, nach 109 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Darin steckt allerdings ein Sondereffekt: 11,5 Millionen Euro aus Zollrückerstattungen. Rechnet man solche Einmaleffekte heraus, zeigt sich ein anderes Bild – der bereinigte operative Verlust stieg auf 41,9 Millionen Euro, verglichen mit 24,5 Millionen Euro im Vorjahr. Das operative Kerngeschäft hat sich also trotz deutlich höherer Bruttomarge verschlechtert.
Unter dem Strich fiel der Nettoverlust mit 72,8 Millionen Euro um gut 70 Prozent geringer aus als im Vorjahreszeitraum, als noch 247 Millionen Euro zu Buche standen. Der Grund liegt vor allem in den damals hohen Einmalkosten für den Personalabbau, die diesmal fehlten. Der Verlust je Aktie sank auf 0,49 Euro von 1,67 Euro.
Für das erste Halbjahr summiert sich der Umsatzrückgang auf 7,9 Prozent, die Erlöse fielen auf 3,55 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn schmolz im gleichen Zeitraum auf 22,5 Millionen Euro von 36,9 Millionen Euro.
Ausblick bleibt trotz Gegenwind bestätigt
Puma hält am Jahresziel fest: Ein EBIT-Verlust zwischen 50 und 150 Millionen Euro sowie ein währungsbereinigter Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich sollen es am Ende werden. Der Ausblick berücksichtigt nun explizit mögliche Belastungen durch den Nahostkonflikt und US-Zölle. Hoeld begründete die Zuversicht mit einer erwarteten schrittweisen Umsatzverbesserung in der zweiten Jahreshälfte.
2026 soll für den Konzern ein "Reset-Jahr" werden, nach dem bereits von Rückzug aus Niedrigpreiskanälen und Personalabbau geprägten Übergangsjahr 2025. Profitables Wachstum peilt Puma erst wieder für 2027 an.
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