ProSiebenSat.1 Aktie: Familie Geiss wechselt ab Sommer 2027
Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 10:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
ProSiebenSat.1 Media SE hat sich einen prominenten Zuwachs für sein langfristiges Programmangebot gesichert. Ab der zweiten Jahreshälfte 2027 wird die Familie Geiss nach 16 Jahren bei RTLZWEI zur Sendergruppe nach Unterföhring wechseln. Während der Konzern damit auf etablierte TV-Marken setzt, steht die Medienbranche insgesamt vor einer Phase der Stagnation, wie aktuelle Branchendaten zum deutschen Pay-TV- und Streaming-Markt belegen.
Langfristiger Content-Deal ab 2027
Carmen und Robert Geiss verlassen gemeinsam mit ihren Töchtern Davina und Shania ihren bisherigen Stammsender. Die Seven.One Entertainment Group plant demnach ab Sommer 2027 jährlich 20 neue Doppelfolgen der bekannten Familien-Dokumentation auszustrahlen.
Robert Geiss begründete den Wechsel mit der Chance zur Weiterentwicklung und einem beeindruckenden Angebot der neuen Senderheimat. Produziert wird das Format weiterhin von der in Köln ansässigen Geiss TV.
Die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Partner RTLZWEI endet nach über 500 Folgen, wobei die finale dortige Staffel noch bis 2027 zu sehen sein wird. Welcher konkrete Sender innerhalb der ProSiebenSat.1-Gruppe die neuen Folgen übernehmen wird, ist derzeit noch nicht offiziell bestätigt. Der Katalog der bisherigen Staffeln verbleibt unterdessen bei RTL+.
Marktumfeld für Bezahlinhalte kühlt ab
Dieser strategische Zukauf erfolgt in einem Marktumfeld, dessen Wachstumsraten sich spürbar abschwächen. Laut Daten des Branchenverbands Vaunet stagnierten die Abo-Umsätze für Pay-TV und Streaming in Deutschland im Jahr 2025 bei etwa 5,5 Milliarden Euro. Damit wurden frühere Prognosen, die von 5,8 Milliarden Euro ausgegangen waren, deutlich verfehlt. Für das laufende Jahr 2026 erwartet der Verband nur noch ein minimales Plus auf 5,6 Milliarden Euro.
Dabei zeigt sich eine Verschiebung innerhalb des Marktes: Während das klassische Pay-TV leicht an Boden verliert, wird das verbleibende Wachstum fast ausschließlich durch abonnementbasierte Video-Streaming-Dienste (SVoD) getrieben. Die Zahl der Streaming-Abos in Deutschland soll im Jahr 2026 erstmals die Marke von 26 Millionen überschreiten.
Herausforderungen an der Börse
An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage der Medienbranche und die spezifische Situation des Konzerns wider. Die Aktie von ProSiebenSat.1 notiert derzeit bei 3,55 Euro und verzeichnet seit Jahresbeginn einen Wertverlust von rund 27 Prozent. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beläuft sich aktuell auf 849,30 Millionen Euro.
Um die digitale Transformation voranzutreiben, fokussiert sich das Unternehmen verstärkt auf seine Plattform Joyn. In Österreich setzt der Konzern zudem auf sportliche Akzente: ProSiebenSat.1 Puls 4 sicherte sich für vier Jahre die Free-TV-Rechte an den Australian Open.
Thomas Gruber, Co-CEO der österreichischen Tochtergesellschaft, bezeichnete Pläne für eine rein staatlich finanzierte Konkurrenzplattform des ORF zuletzt als absurd und betonte die Bedeutung privater Plattform-Kooperationen.
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