ProLogis Aktie: Mieten steigen kräftig
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 14:44 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Lagerhaus-Spezialistin Prologis liefert im dritten Quartal solide Zahlen und hebt die Prognose für den operativen Gewinn leicht an. Auffällig ist ein anderer Wert: Die Mieten bei neuen und verlängerten Verträgen liegen deutlich über den alten Konditionen.
Operativ auf Kurs
Der Umsatz stieg um 7,9 Prozent auf 2,387 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn kletterte auf 815,7 Millionen Dollar, je Aktie waren das 0,86 Dollar nach 0,82 Dollar im Vorjahr. Die für Immobilienkonzerne maßgebliche Kennzahl Core FFO legte auf 1,60 Dollar je Aktie zu, nach 1,49 Dollar im dritten Quartal 2025.
Die Vermietung läuft rund. Die Auslastung lag im Schnitt bei 95,1 Prozent. Die Nettoeffektivmieten bei Neu- und Anschlussverträgen stiegen um 38,0 Prozent, die Barmieten um 23,4 Prozent. Das vergleichbare Mietergebnis wuchs bar um 5,9 Prozent.
Konzernchef Daniel Letter spricht von gesunder Nachfrage. Kunden fahren knappe Lagerbestände, überschüssige Kapazitäten in ihren Netzwerken seien weitgehend abgebaut. Treiber sind laut Letter E-Commerce, moderne Fertigung und der Aufbau der Lieferkette für Rechenzentren.
Prognose mit zwei Gesichtern
Beim Core FFO je Aktie rechnet Prologis für 2026 nun mit 6,25 bis 6,29 Dollar. Zuvor lag die Spanne bei 6,22 bis 6,30 Dollar. Sie wird also enger und die Untergrenze steigt.
Der erwartete Nettogewinn je Aktie sinkt dagegen von 4,40 bis 4,55 Dollar auf 4,05 bis 4,15 Dollar. Ein Verweis in der Mitteilung auf die geplante SEGRO-Übernahme deutet darauf hin, dass die Prognose unter den Regeln des britischen Übernahmerechts steht. Dieser Rückgang ist daher ein Faktor, den man bei der Prognose im Blick behalten sollte.
Die Investitionspläne wachsen. Bei Projektstarts peilt der Konzern nun 5,0 bis 5,75 Milliarden Dollar an, bei Zukäufen 2,1 bis 2,3 Milliarden Dollar. Verkäufe und Einbringungen in Gemeinschaftsfonds fallen dafür geringer aus.
Bilanz und SEGRO
Finanzchef Timothy Arndt verweist auf die Bilanzstärke. Die Liquidität beträgt rund 8,8 Milliarden Dollar, die Verschuldung liegt beim 4,5-Fachen des bereinigten EBITDA. Der durchschnittliche Zinssatz auf die Schulden beträgt 3,3 Prozent. Das gebe Spielraum für Wachstum, auch bei höheren Zinsen.
Die Aktionäre von SEGRO haben dem Zusammenschluss bereits zugestimmt, was Letter als wichtigen Meilenstein bezeichnet. Prologis will damit seine Plattform in Europa ausbauen. Abgeschlossen ist die Transaktion noch nicht, die Risiken der Umsetzung nennt der Konzern selbst in seinen Hinweisen zu Zukunftsaussagen.
Die Telefonkonferenz zu den Zahlen fand bereits heute um 12:00 Uhr US-Ostküstenzeit statt. Ein Mitschnitt ist bis zum 29. Oktober abrufbar.
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