Posco Aktie: Stahl treibt Gewinnserie
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 08:58 Uhr | Redaktion boerse-global.deDrei Quartale in Folge steigt der operative Gewinn bei Posco Holdings. Im dritten Quartal 2026 kletterte er auf rund 945 Milliarden KRW, ein Plus von 15 Prozent zum Vorquartal und 48 Prozent zum Vorjahr. Treiber ist das Stahlgeschäft, während Lithium weiter belastet.
Stahl dreht, Lithium bremst
Die Stahlsparte lieferte den größten Beitrag. Der operative Gewinn der Stahlsparte Posco stieg auf etwa 455 Milliarden KRW, die Marge auf 4,6 Prozent nach 2,9 Prozent im zweiten Quartal. Höhere Verkaufspreise glichen teurere Kokskohle mehr als aus. Hinzu kamen Kosteneinsparungen und eine bessere Auslastung der Anlagen. Der Inlandsanteil am Absatz wuchs auf 55,6 Prozent.
Anders sieht es bei Batteriematerialien aus. Die Sparte rutschte in einen leichten operativen Verlust von 17 Milliarden KRW. Der Lithiumpreis fiel unter 13.000 Dollar je Tonne, allein Bewertungsverluste auf Lagerbestände schlugen mit 29 Milliarden KRW zu Buche.
Die Gesellschaft in Argentinien litt zudem unter extremem Winterwetter und Wartungsarbeiten, das Gemeinschaftsunternehmen Pilbara Lithium Solution unter Erzkosten oberhalb der Verkaufspreise.
Der Nettogewinn sank auf rund 240 Milliarden KRW, nach 685 Milliarden im Vorquartal. Dort hatten Einmalerlöse aus Beteiligungsverkäufen den Wert aufgebläht.
Schulden sinken, Rückkäufe denkbar
Die Nettoverschuldung fiel um 4,3 Billionen KRW. Beteiligungsverkäufe an Posco International und Posco DX brachten 2,5 Billionen KRW, der Verkauf der Woori-Anteile etwa 700 Milliarden. Der stärkere Won senkte außerdem den Wert der Fremdwährungsschulden. Die Nettoverschuldungsquote sank auf 18,4 Prozent.
Das Management deutete an, dass es mit rund 1,5 Billionen KRW zusätzlicher Liquidität nicht auf jeden geplanten Verkauf warten muss, bevor es Aktienrückkäufe erwägt. Eine Entscheidung ist das nicht. Begründet wurde die Überlegung mit der anhaltenden Unterbewertung.
Wartung im Schlussquartal
Im vierten Quartal sinkt die Rohstahlproduktion wegen der Neuzustellung von Hochofen 2 in Pohang auf rund 920.000 Tonnen, ab dem ersten Quartal 2027 soll sie sich erholen. Hinzu kommen Handelsrisiken: US-Branchenverbände drängen auf weitere Beschränkungen für koreanischen Stahl, beschlossen ist laut Management nichts. Ab 2027 könnten zudem CO2-Grenzabgaben in Europa Kosten verursachen.
Die Börse reagierte positiv. Die US-Hinterlegungsscheine hatten zuvor 2,44 Prozent auf 49,67 Dollar verloren und legten nachbörslich 6,36 Prozent auf 52,83 Dollar zu. In Seoul notierte die Aktie zeitweise 3,85 Prozent höher bei 284.000 KRW.
Für das kommende Jahr rechnet der Vorstand mit einer moderaten Erholung der Stahlnachfrage im Inland, mit Rückenwind aus Autoindustrie und Schiffbau. Bei Lithium peilt er in Argentinien für 2027 eine Produktion von 14.000 Tonnen aus der zweiten Anlage an und will bei Pilbara im kommenden Jahr in die Gewinnzone.
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