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Porsche SE Aktie: Bugatti-Ausstieg bringt 820 Millionen Gewinn

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 05:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Porsche erzielt beim Ausstieg aus Bugatti Rimac rund eine Milliarde Euro, während Volkswagen Beteiligungen prüft und Stellenabbau vorbereitet.

Modernes Glas-Bürogebäude in Stuttgart als Firmensitz einer Beteiligungsholding
Porsche Automobil Holding DE000PAH0038 zeigt ein modernes Stuttgarter Bürogebäude als Sitz der Beteiligungsholding im Sonnenlicht Illustration mit AI erstellt.

Der Sportwagenhersteller Porsche hat seinen Rückzug aus dem Joint Venture Bugatti Rimac sowie der Rimac Group erfolgreich abgeschlossen. Während der Verkaufserlös in Milliardenhöhe die Liquidität und die Margenprognose der Kernbeteiligung stärkt, steht die Porsche SE als Hauptaktionärin des Volkswagen-Konzerns vor den weitreichenden Herausforderungen eines historischen Sanierungsprogramms in Wolfsburg.

Vollständiger Ausstieg bei Bugatti Rimac

Mitte letzter Woche vollzog Porsche den Verkauf seiner verbliebenen Anteile von 45 Prozent an Bugatti Rimac sowie einer Beteiligung von rund 21 Prozent an der Rimac Group. Käufer ist ein Konsortium um die US-Investmentgesellschaft HOF Capital und BlueFive Capital aus Abu Dhabi. Medienberichten zufolge beläuft sich der Erlös aus dieser Transaktion auf rund eine Milliarde Euro.

Für den Stuttgarter Autobauer erweist sich das Engagement als finanzieller Erfolg: Aus einem ursprünglichen Investment von 180 Millionen Euro generierte das Unternehmen einen Gewinn von etwa 820 Millionen Euro.

Ein Teil des Erlöses, rund 250 Millionen Euro, soll zur Deckung von Pensionsverpflichtungen verwendet werden. Mit dem Abschluss der Transaktion endet die über 20-jährige Verbindung zwischen der Marke Bugatti und dem Volkswagen-Konzern, die unter dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Ferdinand Piëch begonnen hatte.

Volkswagen-Konzern plant radikale Sanierung

Parallel zu den Veräußerungen im Sportwagensegment forciert die Porsche-Beteiligung Volkswagen einen umfassenden Umbau. Der Aufsichtsrat billigte bereits vor gut einer Woche den „Zukunftsplan 2030“, der eine massive Straffung der Konzernstrukturen vorsieht. Um bis zu 15 Milliarden Euro an freien Mitteln zu generieren, prüft VW derzeit rund 600 seiner insgesamt 2.000 Beteiligungen.

Auch die Motorradmarke Ducati steht im Rahmen dieses Prozesses zur Disposition. Laut Bloomberg Intelligence wird der Unternehmenswert von Ducati auf rund 1,25 Milliarden Euro geschätzt, während bereits ein Barangebot eines Interessenten über 2,5 Milliarden Euro vorliegen soll.

Besonders drastisch fallen die geplanten Einschnitte beim Personal aus. Die Financial Times berichtet von Plänen, weltweit bis zu 100.000 Stellen zu streichen, was fast jedem sechsten Arbeitsplatz im Konzern entspräche.

Allein in Deutschland stehen vier Werke, darunter Emden und Zwickau, unter Beobachtung, da sie über keine gesicherten Folgebelegungen für die Zeit nach 2030 verfügen. Die IG Metall hat bereits Überprüfungsgespräche zum Zukunftstarifvertrag angekündigt, die noch in diesem Monat beginnen sollen.

Finanzielle Auswirkungen und Marktreaktion

Die Porsche SE profitiert indirekt von der angehobenen Prognose für den operativen Netto-Cashflow im Automotive-Segment, der für das laufende Jahr nun zwischen 5,5 und 7,5 Prozent erwartet wird. Zuvor lag die Spanne bei 3 bis 5 Prozent. Diese Anpassung resultiert maßgeblich aus den Veräußerungseffekten des Bugatti-Verkaufs, die in früheren Prognosen noch nicht enthalten waren.

An der Börse spiegeln sich die operativen Unsicherheiten und der Transformationsdruck des Gesamtkonzerns wider. Die Aktie der Porsche SE beendete den Handel am Freitag bei 28,92 € und verzeichnet seit Jahresanfang ein Minus von 27 Prozent.

Trotz der jüngsten Erholungstendenzen notiert das Papier mit einem Abstand von 7,6 Prozent nur moderat über seinem 52-Wochen-Tief. Analysten von Morningstar beziffern den fairen Wert der Aktie zwar deutlich höher, doch belasten der stockende Absatz in China und die hohen Umbaukosten bei Volkswagen weiterhin das Sentiment.

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