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Polar Power: Aktie bricht um 28 Prozent ein

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 15:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Jährliche Einsparungen von rund 1,03 Millionen Dollar stehen einem Auftragsbestand gegenüber, dessen Umwandlung in Lieferungen noch aussteht.
Abstrakte Darstellung eines fallenden Finanzmarktes mit dramatischen Schatten und fallenden Elementen. Illustration mit AI erstellt.

Polar Power hat die erste Phase seiner Restrukturierung abgeschlossen und will sich auf die Umwandlung fester Aufträge in Auslieferungen und Zahlungszuflüsse konzentrieren. Das teilte das Unternehmen gestern mit. Der Fortschritt bei den Kosten verhindert allerdings keinen weiteren Kursdruck: Die Aktie verzeichnet heute eine Tagesveränderung von -28%.

Kostensenkungen treffen auf feste Bestellungen

Nach Unternehmensangaben belaufen sich die annualisierten Kostensenkungen auf rund 1,03 Millionen $. Davon entfallen 727.000 $ auf Personalmaßnahmen und 300.000 $ auf Einsparungen bei Betriebsstätten.

Damit adressiert Polar Power zunächst seine Kostenbasis. Für die operative Entwicklung kommt es zugleich darauf an, ob aus den vorhandenen Bestellungen tatsächlich Auslieferungen und Zahlungszuflüsse entstehen. Genau darauf richtet das Unternehmen nach eigener Aussage seinen Schwerpunkt.

Den festen Auftragsbestand beziffert Polar Power auf rund 4,5 Millionen $. Die Angabe steht unter dem Vorbehalt einer abschließenden Abstimmung.

Für Anleger sind die beiden Größen unterschiedlich einzuordnen: Annualisierte Einsparungen beschreiben die Entlastung der Kostenbasis. Der Auftragsbestand ist dagegen noch kein vereinnahmter Zahlungszufluss. Der Abschluss der ersten Restrukturierungsphase bedeutet deshalb nicht, dass auch die Umsetzung der Bestellungen bereits abgeschlossen wäre.

Aktionäre erweitern den Finanzierungsspielraum

Parallel zur operativen Neuordnung haben die Aktionäre am 14. Oktober potenzielle nichtöffentliche Aktienausgaben genehmigt. Die Zustimmung umfasst Ausgaben von mehr als 19,99% der ausstehenden Stammaktien oder Stimmrechte, auch zu Preisen unterhalb des Nasdaq-Mindestpreises.

Die Genehmigung ist von einer tatsächlichen Ausgabe zu unterscheiden. Für bestehende Aktionäre ist sie dennoch relevant: Nutzt Polar Power diesen Spielraum, kann eine Ausgabe zusätzlicher Aktien ihre Beteiligungsquote verwässern.

Außerdem darf der Verwaltungsrat nach eigenem Ermessen einen Reverse Split im Verhältnis von 1 zu 3 bis 1 zu 20 umsetzen. Die Ermächtigung gilt für eine Durchführung vor dem 31. Dezember 2027.

Auch hier handelt es sich um eine Befugnis und nicht um die Mitteilung eines bereits vollzogenen Schritts. Die Kapitalbeschlüsse erweitern damit die Handlungsmöglichkeiten des Unternehmens, legen deren Nutzung aber nicht fest.

Neue Führungsaufteilung begleitet den Umbau

Zur Neuordnung gehört auch die am 12. Oktober angekündigte Ernennung von Chris Mayer zum Co-CEO neben Arthur D. Sams. Mayer soll Unternehmensstrategie, finanzielle Entwicklung, kommerzielles Wachstum, Investorenbeziehungen und Finanzierung verantworten. Sams bleibt Co-CEO und Präsident.

Damit bündelt Polar Power zentrale finanzielle und kommerzielle Aufgaben bei Mayer. Der nächste operative Prüfstein ist klar umrissen: Das Unternehmen muss den gemeldeten Auftragsbestand in Auslieferungen und Zahlungszuflüsse überführen. Die abgeschlossene Restrukturierungsphase liefert dafür eine veränderte Kostenbasis, aber noch keinen Nachweis über den Erfolg dieser Umsetzung.

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