Planethic Aktie: Xetra-Delisting besiegelt
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 19:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Planethic Group AG steht nach der Eröffnung ihres Insolvenzverfahrens vor einer ungewissen Zukunft am Kapitalmarkt. Mit dem Ende der Notierung an der Handelsplattform Xetra am vergangenen Mittwoch hat sich der Spielraum für Anleger weiter verengt. Am heutigen Montag reagiert der Markt mit anhaltender Skepsis: Das Papier verzeichnet ein Minus von 5,5 Prozent und notiert bei 1,11 Euro.
Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet
Das Amtsgericht Potsdam hat das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Gesellschaft bereits am 25. August eröffnet und dabei die Eigenverwaltung angeordnet. Diese Form des Verfahrens ermöglicht es der Geschäftsführung, unter der Aufsicht eines Sachwalters die Kontrolle über den operativen Betrieb zu behalten, um eine Sanierung anzustreben. In dieser Funktion bestellte das Gericht Prof. Dr. Torsten Martini von der Kanzlei GÖRG. Das primäre Ziel der Maßnahme ist die Fortführung des Geschäftsbetriebs der ehemals als Veganz Group firmierenden Gesellschaft.
Parallel zur rechtlichen Neuordnung vollzog das Unternehmen einen drastischen Umbau im Management. Der Aufsichtsrat widerrief mit Wirkung vom 25. August die Bestellung von Anja Brachmüller als Vorstandsmitglied.
Die außerordentliche Kündigung des Vorstandsanstellungsvertrags erfolgte laut Unternehmensangaben aus wichtigem Grund. Die Zustellung der entsprechenden Erklärungen wurde am 31. August vollzogen. Damit führt Sascha Voigt die Planethic Group nun als alleiniger Vorstand durch die Sanierungsphase.
Delisting auf Xetra verschärft die Lage für Aktionäre
Für die Investoren der Planethic Group bedeutete der 2. September eine Zäsur. Laut einer entsprechenden Mitteilung war dies der letzte Tag, an dem das Instrument an der Börse Xetra gehandelt werden konnte. Diese Notierungsbeendigung erschwert die Liquidität der Anteile erheblich und spiegelt die kritische Gesamtlage des Unternehmens wider. Medienberichten zufolge stufen Marktbeobachter die Situation als hohes Risiko für einen Totalverlust der Anteilseigner ein, da im Falle einer Insolvenz die Ansprüche der Gläubiger vorrangig bedient werden müssen.
Die Kursentwicklung der vergangenen Monate verdeutlicht den massiven Vertrauensverlust an der Börse. Über einen Zeitraum von zwölf Monaten verzeichnete die Aktie einen Wertverlust von 92 Prozent.
Während das Unternehmen versucht, sich im Rahmen der Eigenverwaltung finanziell zu stabilisieren, bleibt die künftige Struktur der Gesellschaft und die verbleibende Rolle der Aktionäre in dem laufenden Verfahren vollkommen offen. Die operative Fortführung erfolgt nun unter verschärften regulatorischen Bedingungen und mit einer stark reduzierten Führungsriege.
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