Planethic, Aktie

Planethic Aktie: Brachmüller abberufen, Voigt allein

Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 07:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach dem Führungswechsel steht Sascha Voigt allein an der Spitze. Das eröffnete Insolvenzverfahren belastet die Aktie, die 81 Prozent verlor.

Planethic Group: Alleinvorstand führt durch eröffnetes Insolvenzverfahren
Ein einsamer Bürostuhl an einem Konferenztisch in einem modernen Bürogebäude bei gedimmtem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die Planethic Group AG hat einen tiefgreifenden Umbau in der Führungsriege vollzogen, während das Unternehmen den Weg durch das eröffnete Insolvenzverfahren sucht. Nach der Abberufung eines Vorstandsmitglieds liegt die Verantwortung für die Sanierung nun in den Händen eines Alleinvorstands. Diese personelle Straffung markiert einen weiteren Wendepunkt in der seit dem Frühsommer andauernden Krise des Unternehmens.

Umbau an der Unternehmensspitze

Am Montag hat der Aufsichtsrat der Planethic Group AG die Bestellung von Anja Brachmüller als Vorstandsmitglied mit sofortiger Wirkung widerrufen. Wie aus einer Ad-hoc-Mitteilung des Unternehmens hervorgeht, ist für die vakante Position keine Nachbesetzung vorgesehen. Damit übernimmt Sascha Voigt die Position des alleinigen Vorstandsvorsitzenden.

Diese Entscheidung des Aufsichtsrats fällt in eine Zeit extremer Belastung für die Verwaltung des Unternehmens. Die Reduktion des Vorstands auf eine Person wird im Umfeld des Sanierungsprozesses als Versuch gewertet, die Entscheidungshierarchien zu vereinfachen und Kosten zu senken. Sascha Voigt muss nun die kommenden Schritte der Eigenverwaltung koordinieren, ohne auf die bisherige Unterstützung in einer Doppelspitze zurückgreifen zu können.

Insolvenzverfahren offiziell eröffnet

Parallel zum Personalwechsel wurde die rechtliche Basis für die Sanierung gefestigt. Mit Beschluss vom 25. August eröffnete das Amtsgericht Potsdam das Insolvenzverfahren unter dem Aktenzeichen 650 IN 179/26. Das Unternehmen informierte am 27. August darüber, dass Prof. Dr. Torsten Martini aus der Kanzlei GÖRG Insolvenzverwaltung zum Sachwalter bestellt wurde.

In dieser Funktion überwacht Martini die Geschäftsführung im Sinne der Gläubiger, während das operative Management im Rahmen der Eigenverwaltung die Kontrolle über das Tagesgeschäft behält.

Der Weg in das formelle Verfahren hatte sich bereits über mehrere Monate abgezeichnet. Medienberichten zufolge hatte Planethic bereits am 25. Juni einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt, damals noch beim Amtsgericht Berlin.

Mit der nun erfolgten Eröffnung durch die Potsdamer Justiz ist der rechtliche Rahmen für die nächsten Monate definiert. Der Sachwalter spielt dabei eine zentrale Rolle, um die Sanierungspläne des Alleinvorstands auf ihre Tragfähigkeit hin zu prüfen.

Dramatischer Wertverlust an der Börse

Die Verunsicherung der Anleger spiegelt sich deutlich in den Handelsdaten wider. Am gestrigen Donnerstag verzeichnete das Papier im deutschen Handel einen Kursrückgang von 4,7 Prozent und beendete den Tag bei einem Stand von 1,23 Euro.

Damit setzt sich die Abwärtsspirale fort, die das Unternehmen bereits das gesamte Jahr über erfasst hat. Seit Jahresbeginn beläuft sich der Kursverlust der Aktie auf 81 Prozent. Investoren reagieren damit auf die Unwägbarkeiten des Insolvenzverfahrens und die radikale Verschlankung der Führungsebene, die die operativen Herausforderungen der Planethic Group AG unterstreicht.

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