Planethic, Aktie

Planethic Aktie: 80-Prozent-Verlust seit Jahresbeginn

Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 21:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Planethic Group rutscht nach Insolvenzantrag weiter ab. Die angeschlagene Food-Tech-Holding kämpft mit Schulden und treibt trotzdem die US-Expansion voran.

Planethic Group Aktie: Kursrutsch nach Insolvenzantrag in Eigenverwaltung
Abstrakte Darstellung eines fallenden Markttrends mit rotem Lichtstrahl in einer düsteren, minimalistischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Aktie der Planethic Group AG verzeichnet am heutigen Freitag einen deutlichen Kursrückgang und notiert bei 1,26 €. Damit setzt sich die negative Tendenz der vergangenen Monate unvermindert fort. Mit einer negativen Performance von 80 % seit Jahresbeginn reflektiert der Börsenwert die existenzbedrohende Krise des Unternehmens, das sich derzeit in einem Sanierungsprozess unter gerichtlicher Aufsicht befindet.

Sanierung in Eigenverwaltung eingeleitet

Den zentralen Wendepunkt für die Unternehmensentwicklung markierte der 25. Juni, als der Vorstand der Planethic Group AG beschloss, beim Amtsgericht Berlin einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung zu stellen.

Ziel dieses Schrittes ist es laut Unternehmensmitteilung, die bereits eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen fortzusetzen und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Ein wesentlicher Aspekt des Verfahrens ist, dass der operative Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weitergeführt werden soll.

Die Insolvenzanmeldung betrifft nach offiziellen Angaben ausschließlich die Holding-Aktiengesellschaft. Die Tochtergesellschaften sowie die operativen Beteiligungen des Konzerns sind von diesem rechtlichen Schritt nicht unmittelbar betroffen. Trotz dieser Abgrenzung reagierte der Kapitalmarkt empfindlich auf die Nachricht: Unmittelbar nach der Bekanntgabe des Antrags brach der Aktienkurs massiv ein und markierte zwischenzeitlich ein Rekordtief.

Belastungen durch die Unternehmensanleihe

Ein erheblicher Teil der finanziellen Probleme ist auf die ausstehende Unternehmensanleihe im Volumen von 10 Millionen Euro zurückzuführen. Das mit 7,5 % verzinste Wertpapier, das ursprünglich eine Laufzeit bis 2030 vorsieht, belastet die Liquidität der Gruppe erheblich.

Bereits am 24. Februar gab das Unternehmen bekannt, die Zinszahlungen sowie eine geplante Teilrückzahlung der Anleihe auszusetzen. Medienberichten zufolge sollte dieser Schritt dazu dienen, die notwendigen Mittel für die Transformation zur Food-Tech-Holding und die Skalierung der Marke Mililk in den USA zu sichern.

Die Bemühungen um eine einvernehmliche Lösung mit den Gläubigern gestalteten sich zuletzt schwierig. Eine für den 21. Juli geplante Gläubigerversammlung musste abgesagt werden.

Als Begründung wurden die durch den Insolvenzantrag veränderten rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angeführt, die eine sachgerechte Behandlung der Beschlussgegenstände zum damaligen Zeitpunkt unmöglich machten. Zuvor war bereits im April ein Versuch gescheitert, die Anleihebedingungen über eine Abstimmung ohne Versammlung zu ändern, da das erforderliche Quorum nicht erreicht wurde.

Operative Ziele und US-Expansion

Trotz der finanziellen Schieflage treibt Planethic seine operativen Pläne im Bereich pflanzlicher Milchalternativen voran. Im Fokus steht dabei das Kernprodukt Mililk. Im März konnte das Unternehmen den Abschluss einer sogenannten SAFE-Finanzierung für eine Produktionsanlage in Chicago melden. Die Anlage ist auf eine Kapazität von 100 Millionen Litern pro Jahr ausgelegt.

Unterstützt werden diese Expansionspläne durch einen erweiterten Rahmenvertrag mit Jindilli Beverages. Dieser sieht verbindliche Mindestbestellmengen vor, die im ersten vollen Betriebsjahr der US-Anlage bei 10 Millionen Litern liegen und im Folgejahr auf 50 Millionen Liter ansteigen sollen.

Die heutige Kursreaktion von -7,7 % verdeutlicht jedoch, dass die Anleger derzeit die Risiken der laufenden Insolvenz höher gewichten als die potenziellen Wachstumschancen im US-Markt.

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