Petrobras Aktie: Gericht setzt Exportsteuer aus
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 13:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der brasilianische Energiekonzern Petrobras treibt seine internationale Expansionsstrategie voran und prüft den Einstieg in den asiatischen Markt für verflüssigtes Erdgas (LNG). CEO Magda Chambriard führt dazu Verhandlungen mit dem in Singapur ansässigen Unternehmen Seatrium.
Ziel ist es, die bestehende Infrastruktur von sechs LNG-Terminals in Brasilien zu nutzen, um neue Absatzmärkte zu erschließen. Dieser Schritt folgt auf eine Phase massiver Preissteigerungen am globalen Gasmarkt, bei der die Notierungen im März infolge von Konflikten im Nahen Osten um über 70 Prozent kletterten.
Juristischer Erfolg bei Exportsteuern
Flankiert werden die Expansionspläne durch eine positive juristische Entwicklung auf dem Heimatmarkt. Ein Bundesgericht hat gestern die im März eingeführte Exportsteuer in Höhe von 12 Prozent auf Rohöl vorerst ausgesetzt. Die Abgabe, die ursprünglich per Dekret eingeführt worden war und zwischenzeitlich bereits Einnahmen von 7,98 Milliarden Real generierte, stand massiv in der Kritik der Branche.
Der Branchenverband Abep hatte gegen die administrative Wiederbelebung der Steuer geklagt und nun vor dem Richter Diego Câmara Recht bekommen. Für Petrobras bedeutet dies eine erhebliche Entlastung des Cashflows im Exportgeschäft.
Zudem profitiert das Unternehmen von politischen Rahmenbedingungen in Brasilien. Präsident Lula hat kürzlich ein Gesetz sanktioniert, das Steuersenkungen auf Kraftstoffe wie Diesel und Benzin im laufenden Jahr ermöglicht.
Diese Maßnahmen werden durch Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor gegenfinanziert und könnten die Inlandsnachfrage stützen, während der Konzern gleichzeitig seine Raffineriekapazitäten mit einer Auslastung von derzeit 95 Prozent fast vollständig ausschöpft.
Produktionsschub durch neue FPSO-Einheiten
Die langfristige Förderstrategie des Konzerns gewinnt ebenfalls an Kontur. In Partnerschaft mit Seatrium wurden die FPSO-Einheiten (Floating Production Storage and Offloading) P-80 und P-82 fertiggestellt. Diese schwimmenden Produktionsanlagen sind für das Búzios-Feld vorgesehen und verfügen über eine Kapazität von jeweils 225.000 Barrel Öl pro Tag.
Sobald die Einheiten ab 2027 die volle Förderung aufnehmen, erhöht dies die Gesamtkapazität des Feldes um 450.000 Barrel täglich, was einer Steigerung von rund 34 Prozent entspricht.
Ergänzt wird dieses Wachstum durch Explorationserfolge in neuen Grenzregionen. Vor rund zwei Wochen bestätigte Petrobras einen bedeutenden Kohlenwasserstoff-Fund im Amazonas-Becken am Morpho-Well. Bis zum Jahr 2030 plant das Management Investitionen in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar für insgesamt 15 Bohrungen in der sogenannten Equatorial Margin, um die Reserven langfristig zu sichern.
Analysten sehen weiteres Kurspotenzial
Die Analysten von Bradesco BBI haben ihre Einschätzung für das Papier jüngst auf "Kaufen" angehoben. Sie prognostizieren ein Renditepotenzial von 25 Prozent bis zum Ende des Jahres 2027. Als wesentliche Treiber nennen die Experten das Produktionswachstum und die Möglichkeit künftiger Kraftstoffpreisanpassungen.
Die Aktie spiegelt diesen Optimismus bereits teilweise wider und notiert heute bei 7,35 Euro. Damit liegt das Papier rund 11 Prozent über seinem 200-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn summiert sich der Wertzuwachs für Anleger bereits auf 50 Prozent.
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