PepsiCo, Aktie

PepsiCo Aktie: 741 Arbeitsplätze in drei Werken gestrichen

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 20:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

PepsiCo steigert Umsatz und Dividende, doch Werksschließungen und sinkende Nordamerika-Margen belasten den Konzernumbau weiterhin deutlich.

Flatlay-Produktfoto von Chips, Brezeln, Crackern und Nüssen in weißen Schälchen neben einer generischen Glasflasche Sprudelwasser auf hellgrauem Leinenstoff
PepsiCo US7134481081 zeigt anonymes Snack-Sortiment in schlichter Draufsicht-Flatlay-Anordnung auf hellem natürlichem Leinenstoff Illustration mit AI erstellt.

PepsiCo steckt mitten im größten Umbau seiner Nahrungsmittelsparte seit Jahren. Während der Konzern seine Produktivität als zentralen Hebel für Margenwachstum ausbaut, schmerzen die Kosten dieses Umbaus schon jetzt sichtbar – an der Börse wie in der Belegschaft.

Die Aktie notiert aktuell bei 116,96 Euro und damit nur noch 0,2 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 116,72 Euro. Der Titel hat sich damit deutlich von seinem Jahreshoch aus dem März entfernt, das bei 144,88 Euro lag – ein Abstand von 19 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 38,5 deutet auf anhaltenden Verkaufsdruck hin, ohne dass die Aktie bereits als überverkauft gilt.

Werksschließungen treffen Hunderte Beschäftigte

Im Jahresverlauf 2025 hat PepsiCo drei Werke dichtgemacht. Das Werk in Liberty, New York, das PopCorners produzierte, schloss zwischen Mai und Juni 2025 und kostete 287 Beschäftigte den Job. In Rancho Cucamonga, Kalifornien, endete im Juni 2025 nach rund 55 Jahren die Frito-Lay-Produktion.

Im November folgte die Schließung von Werk und Lager in Orlando, Florida, mit 454 betroffenen Mitarbeitern; ein zugehöriges separates Lager soll im Mai 2026 mit weiteren 46 Stellen folgen. Allein aus Liberty und Orlando ergeben sich damit 741 Arbeitsplätze, die PepsiCo im Zuge der Umstrukturierung strich.

Die Schließungen sind Teil eines größeren Plans: Bereits im Dezember 2025 hatte der Konzern angekündigt, das US-Sortiment an Lebensmittel-Artikeln bis Anfang 2026 um fast 20 Prozent zu straffen.

Betroffen sind einzelne Produktvarianten, nicht ganze Marken – dennoch zeigt sich der Effekt in den Zahlen. Im zweiten Quartal 2026 sank der Nettoumsatz der Sparte PepsiCo Foods North America um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während das Volumen im Convenience-Food-Geschäft stabil blieb.

Produktivität soll steigende Kosten abfedern

Im zweiten Quartal 2026 legte der Core-Betriebsgewinn des Konzerns um 4 Prozent zu, getragen von Produktivitätssteigerungen und Netto-Preiserhöhungen. Die Core-Betriebsmarge gab dennoch um 40 Basispunkte nach. Die internationalen Märkte konnten ihre Margen ausbauen, während Nordamerika schrumpfte – belastet durch Investitionen in erschwinglichere Preise sowie einen ungünstigeren Volumen- und Kanal-Mix.

Für die zweite Jahreshälfte 2026 rechnet PepsiCo mit höherer Inputkosten-Inflation. Der Konzern setzt darauf, dass Rekord-Produktivitätsersparnisse zusammen mit Tarifrückerstattungen den Großteil dieses Gegenwinds auffangen.

Zum Vergleich: Wettbewerber Coca-Cola steigerte im selben Quartal seine Bruttomarge um 120 und die Betriebsmarge um 90 Basispunkte – ein Kontrast, der PepsiCos Margendruck in Nordamerika umso deutlicher macht. Auch Keurig Dr Pepper meldete für sein US-Erfrischungsgetränke-Geschäft ein operatives Ergebnis, das um 11,9 Prozent zulegte, gestützt durch SG&A-Effizienzen.

Dividende bleibt verlässlich, Neuheiten sollen Wachstum stützen

Trotz der operativen Turbulenzen hält PepsiCo an seiner Dividendenpolitik fest: Die Quartalsdividende steigt um 4 Prozent auf 1,48 US-Dollar je Aktie – bereits das 54. Jahr in Folge mit einer Erhöhung. Im zweiten Quartal 2026 wuchs der Konzernumsatz um 6,4 Prozent auf 24,18 Milliarden US-Dollar.

Auf der Produktseite setzt PepsiCo weiter auf Innovation im Snack- und Getränkebereich: Die Marke Mountain Dew bringt gemeinsam mit Trolli den Geschmack „Mango Pineapple Punch“ auf den Markt, eine süß-scharfe Variante nach dem Vorbild des 2025 eingeführten Trolli-Cherry-Lemon-Produkts.

Solche Nischen-Launches ändern an der grundsätzlichen Herausforderung freilich wenig: Der Konzern muss beweisen, dass seine Produktivitätsoffensive die strukturellen Probleme in Nordamerika tatsächlich kompensieren kann, bevor sich die Aktie von ihrem Jahrestief lösen kann.

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