Pearson, Aktie

Pearson Aktie: Umbau und engere Prognose

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 11:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Pearson senkt die Bandbreite der Gewinnprognose, während Assessment & Qualifications wächst und Englischtests nachgeben.
Pearson plc GB0006776081 fokussiert eine Makroaufnahme gedruckter Buchseiten mit feiner Papierstruktur und Schrift Illustration mit AI erstellt.

Pearson verengt seine Gewinnprognose und baut den Konzern radikal um. Das Wachstum zog im dritten Quartal auf 6 Prozent an, doch die Aktie gab im vorbörslichen US-Handel um 2,2 Prozent nach. Anleger schauen offenbar auf die schwächeren Sparten.

Engere Spanne, gleiche Mitte

Der bereinigte operative Gewinn soll 2026 zwischen 650 und 675 Millionen Pfund landen, bisher lag die Spanne bei 640 bis 685 Millionen Pfund. Der Mittelwert bleibt damit unverändert.

Finanzchef Simon Robson verweist auf gute Sicht ins Schlussquartal. Beim Umsatz bleibt es bei mittlerem einstelligem Wachstum, die Cash-Conversion soll bei 90 bis 100 Prozent liegen.

Nach neun Monaten steht ein Plus von 5 Prozent. Das vierte Quartal dürfte langsamer ausfallen, denn die Vergleichsbasis im Prüfungs- und Zertifizierungsgeschäft ist hoch. Zudem fielen einzelne Testtermine diesmal ins dritte Quartal.

Zertifizierung treibt, Englischtests bremsen

Stärkste große Sparte war Assessment & Qualifications mit 10 Prozent Wachstum im Quartal. Neue Verträge und die Nachfrage nach KI-Kompetenznachweisen trugen dazu bei. Das Zertifizierungsprogramm mit Anthropic hat seit dem Start im Juli mehr als 230.000 Tests geliefert. Virtual Learning wuchs im Quartal um 13 Prozent, nach neun Monaten sind es 17 Prozent.

Schwächer läuft es im Englischtestgeschäft. Der Bereich English Language Learning schrumpfte im Quartal um 5 Prozent. Der PTE-Test leidet unter strengerer Migrationspolitik und einer hohen Vorjahresbasis. Management spricht von einem Markt, der "tougher for longer" sei, und schließt Wachstum im vierten Quartal nicht aus, hält es aber für unsicherer als gedacht.

Auch Higher Education liegt unter den Erwartungen. Die Sparte wuchs um 2 Prozent, belastet von verzögerten Schulbuchzulassungen im K12-Bereich. Der Chef der Sparte, Tom ap Simon, verlässt das Unternehmen. Kate Eberle Walker übernimmt im Dezember die neue Einheit US Higher Education.

Vier Einheiten ab 2027

Zum 1. Januar 2027 gliedert Pearson den Konzern in vier kundenorientierte Einheiten: US K12, US Higher Education, UK & International Education sowie Enterprise. Bislang gibt es fünf Einheiten mit über 20 Untereinheiten. Die einmaligen Umbaukosten beziffert der Konzern auf rund 50 Millionen Pfund, verteilt auf 2026 und 2027. Historische Vergleichszahlen will Pearson vor den Jahreszahlen nachliefern.

Parallel dazu fließt Kapital in Zukäufe. ITS ist abgeschlossen, Workera soll noch vor Jahresende folgen. Beide zusammen kosten etwa 200 Millionen Pfund und zählen nicht zur Cash-Conversion-Prognose.

Die Aktie hat dennoch ein starkes Jahr hinter sich. Das Plus liegt seit Jahresbeginn bei rund 32 Prozent, der Kurs notiert nur knapp unter dem Jahreshoch. Am 11. Dezember lädt Pearson zu einem Investorenseminar über Virtual Schools, die Jahreszahlen folgen am 25. Februar 2027.

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