PayPal Aktie: Venmo wächst, Barclays bleibt skeptisch
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 03:06 Uhr | Redaktion boerse-global.deBarclays stellt bei PayPal die Wachstumsrisiken über die angehobene Gewinnprognose. Am 29. Oktober stufte das Analysehaus die Aktie von „Equal Weight“ auf „Underweight“ ab und senkte das Kursziel von 56 $ auf 53 $. Als Gründe nannte Barclays ein langsameres Wachstum beim Bezahlen unter der Marke PayPal und schwächere fundamentale Geschäftsdaten.
Damit rückt die Qualität des Gewinnfortschritts in den Mittelpunkt. Für Anleger geht es nicht allein darum, ob PayPal mehr verdient. Entscheidend ist auch, welchen Beitrag das operative Wachstum leistet und wie stark Einsparungen die Ergebnisentwicklung stützen.
Gewinn wächst stärker als Umsatz
PayPal hatte am 27. Oktober für das dritte Quartal 2026 einen Nettoumsatz von 8,584 Milliarden $ gemeldet. Das entsprach einem Plus von 2% gegenüber dem Vorjahr. Der bereinigte Gewinn je Aktie wuchs mit 8% deutlich stärker.
Die unterschiedliche Dynamik erklärt den Konflikt zwischen den Geschäftszahlen und der skeptischen Analystenreaktion. Das Ergebnis verbessert sich schneller als die Erlöse. Barclays richtet den Blick dagegen auf das schwächere Wachstum beim markeneigenen Bezahlvorgang. Eine höhere Gewinnprognose räumt diesen Einwand nicht automatisch aus.
PayPal hob die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie im Gesamtjahr 2026 von ungefähr 5,38 $ auf rund 5,60 $ an. Die Prognose nach den Bilanzierungsregeln GAAP blieb bei etwa 5,07 $.
Die Anhebung betrifft damit die bereinigte Ergebnisgröße, nicht beide Gewinnmaßstäbe. Diese Unterscheidung ist für die Bewertung wichtig: Die optimistischere Prognose darf nicht als umfassende Verbesserung sämtlicher Ergebnisziele gelesen werden.
Sparziele und Venmo setzen Gegenakzente
Laut Reuters erklärte PayPal am 27. Oktober, bei den angestrebten Einsparungen auf Kurs zu liegen. Bis Ende 2026 soll deren auf Jahresbasis hochgerechneter Bruttoeffekt 700 Millionen $ erreichen.
Darüber hinaus verfolgt PayPal ein längerfristiges Sparziel. Solche Maßnahmen können den Gewinn stützen. Sie beantworten jedoch nicht unmittelbar die von Barclays aufgeworfene Frage nach der Dynamik des markeneigenen Bezahlgeschäfts.
Für die folgenden zwei bis drei Jahre setzte PayPal laut Reuters ein Ziel von mindestens 1,5 Milliarden $ an auf Jahresbasis hochgerechneten Bruttoeinsparungen.
Einen operativen Gegenakzent liefert Venmo. CEO Enrique Lores erklärte zur Quartalsvorlage, das Wachstum des Venmo-Transaktionsvolumens im mittleren Zehnerprozentbereich habe die Ergebnisse unterstützt. Auch die Nutzung der Venmo-Debitkarte nahm zu.
Die Zahl ihrer monatlich aktiven Konten stieg um mehr als 55% auf 6,7 Millionen. Im Quartal kamen 1,6 Millionen erstmalige Nutzer hinzu.
Damit stehen Barclays’ Bedenken konkrete Fortschritte gegenüber. Für die Einordnung der Aktie bleibt die Trennlinie dennoch klar: Gewinnverbesserungen und Venmo-Wachstum sind belegt; die Zweifel am markeneigenen Bezahlgeschäft hat die höhere Prognose nicht ausgeräumt.
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