PayPal Aktie: Übernahme geplatzt
Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 11:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wochenlang trieb die Fantasie eines Milliarden-Deals den Kurs von PayPal nach oben. Jetzt ist sie geplatzt. Ein Konsortium aus der Beteiligungsgesellschaft Advent International und dem Zahlungsdienstleister Stripe hat seine Übernahmepläne für den Bezahldienst aufgegeben.
Die Nachricht traf den Kurs hart: Im nachbörslichen US-Handel brach die PayPal-Aktie um rund 13 Prozent ein. Das Konsortium hatte 60,50 Dollar je Aktie geboten und PayPal damit mit mehr als 50 Milliarden Dollar bewertet. Dem Vernehmen nach stufte der Vorstand das Angebot als unzureichend ein und äußerte Bedenken hinsichtlich regulatorischer Hürden und der Finanzierung — daraufhin zog sich das Konsortium zurück.
Deal-Fantasie war Kurstreiber
Die Übernahmespekulation hatte die Aktie seit Mitte Juli kräftig beflügelt. Zusammen mit besser als erwarteten Ergebnissen für das zweite Quartal und einer angehobenen Gewinnprognose legte der Kurs im laufenden Quartal zeitweise um mehr als 40 Prozent zu. Damit wird deutlich, wie stark die zuletzt erreichte Bewertung von der Deal-Spekulation getragen wurde und wie wenig von operativer Substanz.
Mit dem Rückzug des Konsortiums fällt dieser Kurstreiber nun weg. Der Markt muss PayPal wieder als eigenständiges Unternehmen bewerten — mit einer sinkenden Transaktionsmarge und wachsendem Wettbewerbsdruck durch Stripe selbst sowie durch Apple, Alphabet und Visa.
Rückkehr des Konsortiums nicht ausgeschlossen
Laut Bloomberg könnte das Konsortium bei veränderten Rahmenbedingungen mit einem neuen Angebot zurückkehren. Konkrete Gespräche oder gar ein verbindlicher Deal existieren derzeit aber nicht — die Option bleibt vage.
PayPal muss sich damit wieder auf die operative Trendwende konzentrieren. Seit März führt Enrique Lores als Vorstandschef das Unternehmen, nachdem er Alex Chriss abgelöst hatte. Seine Aufgabe: das Wachstum ankurbeln und das Geschäftsmodell im digitalen Zahlungsverkehr gegen die wachsende Konkurrenz verteidigen. Nach dem Ende der Übernahmefantasie liegt die Kursentwicklung nun wieder allein in den Händen dieses operativen Turnarounds.
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