Partners Group Aktie: Kreditportfolio soll Fonds wechseln
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 19:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Schweizer Vermögensverwalter Partners Group plant eine umfassende Restrukturierung im Segment der Unternehmenskredite. Medienberichten zufolge erwägt das Unternehmen, ein Portfolio aus Private-Credit-Darlehen im Volumen von rund 800 Millionen Euro in ein sogenanntes Fortführungsvehikel auszulagern. Ein solcher Schritt würde bestehenden Fondsinvestoren wahlweise eine vorzeitige Auszahlung oder die Fortführung ihrer Engagements ermöglichen.
Neue Struktur für reife Kreditportfolios
Im Zentrum der Überlegungen stehen Darlehen aus älteren Jahrgängen. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg meldet, sollen Kredite aus den Private-Markets-Credit-Strategies-Fonds der Jahre 2018 und 2020 sowie aus dem fünften, sechsten und siebten Multi-Asset-Credit-Fonds in die neue Struktur übertragen werden.
Über den Fortführungsfonds bekämen Anteilseigner die Option auf einen geordneten Ausstieg, während neue Investoren frisches Kapital einbringen könnten.
Solche Zweitmarkttransaktionen gewinnen im Markt für Privatschulden zunehmend an Bedeutung, da institutionelle Anleger angesichts veränderter Zinslandschaften nach Liquidität suchen.
Parallel zu diesen Portfoliomaßnahmen treibt die Gesellschaft ihre operative Expansion im Kreditbereich voran: Am 10. September eröffnete Partners Group einen neuen Standort in Stockholm, der unter Leitung von Carina Spitzkopf die Aktivitäten im Bereich Direktkredite im DACH-Raum und in Nordeuropa stärken soll.
Die strategischen Anpassungen fallen in eine anspruchsvolle Marktphase. Venditti kürzte seine Erwartungen für Gebührenmargen sowie erfolgsabhängige Erträge und verwies darauf, dass bei reifenden Evergreen-Fonds bis etwa 2028 mit Rücknahmebegrenzungen von fünf Prozent pro Quartal zu rechnen sei.
Zusätzlichen Druck brachten die Geschäftszahlen, die vor gut drei Wochen vorgelegt wurden.
An der Börse notiert die Partners-Group-Aktie heute bei 652,60 Euro, was einem moderaten Tagesplus von 0,7 Prozent entspricht. Das Papier bewegt sich damit weiterhin in unmittelbarer Nähe seines 52-Wochen-Tiefs von 646,00 Euro. Ob die geplante Fondsumschichtung die erhoffte Entlastung für das Kreditgeschäft bringt, hängt maßgeblich von der Annahmequote der beteiligten Großanleger ab.
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