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Partners Group Aktie: 38 Prozent Verlust seit Jahresanfang

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 22:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schwache Performance Fees belasten die Erträge, während hohe Kapitalzuflüsse stützen. Führungswechsel und Rücknahmen prägen den weiteren Kurs.

Fotorealistischer Investment-Boardroom eines Private-Markets-Unternehmens in Zug, Schweiz. Langer Holztisch mit Lederstühlen und Tablets, große Panoramafenster mit Blick auf Alpen und Zugersee. Kein Logo
Partners Group Boardroom in Zug CH0024608827 mit Bergblick, langer Holztisch und digitale Tablets Illustration mit AI erstellt.

Der Bewertungsdruck zwingt zur Neubewertung

Die Papiere des Schweizer Vermögensverwalters haben ein schwieriges Börsenjahr hinter sich. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Verlust von 38 %. Damit notiert der Titel in Schlagdistanz zu seinen bisherigen Jahrestiefs und spiegelt die wachsende Skepsis der Marktteilnehmer gegenüber dem privaten Beteiligungssektor wider.

Vor gut drei Wochen hatten rückläufige Halbjahreszahlen sowie eine nach unten angepasste Margenerwartung für zusätzliche Ernüchterung gesorgt. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen einen tiefgreifenden Wechsel an der Führungsspitze an.

Anleger stehen nun vor der Richtungsentscheidung: Bietet das gedrückte Kursniveau eine verlässliche Einstiegsgelegenheit, oder belasten die veränderten Rahmenbedingungen an den Privatmärkten das Geschäftsmodell noch über einen längeren Zeitraum?

Die Performance Fees stellen die Weichen

Im Mittelpunkt der künftigen Ertragsentwicklung steht eine entscheidende Variable: die Erholung der erfolgsabhängigen Einnahmen. Im ersten Halbjahr sanken die Gesamterträge um 7 % auf CHF 1,12 Mrd. Maßgeblich für diesen Rückgang waren die Performance Fees, die auf CHF 216 Mio. einbrachen.

Verkäufe von Beteiligungen gestalteten sich im veränderten Marktumfeld schleppend, was direkte Bremsspuren in der Erfolgsrechnung hinterließ. Der Reingewinn verringerte sich im selben Zeitraum spürbar. Für das Gesamtjahr stellte das Management daraufhin klar, dass die erfolgsabhängigen Gebühren lediglich 20 bis 25 % des Gesamtumsatzes ausmachen dürften. Zuvor war das untere Ende der ursprünglichen Zielspanne avisiert worden.

Damit die Profitabilität wieder an frühere Spitzenwerte anknüpfen kann, müssen Transaktionsmärkte und Exit-Kanäle wieder in Schwung kommen. Solange profitable Verkäufe von Portfoliounternehmen ausbleiben, bleiben die ertragsstarken Gebührenspitzen gekappt.

Hohe Kapitalzuflüsse stützen das Fundament

Auf der anderen Seite beweist das operative Geschäft eine beachtliche Widerstandskraft bei der Neukundengewinnung. Im ersten Halbjahr verzeichnete das Haus ein Rekord-Fundraising von USD 16 Mrd., was einem Zuwachs von 31 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach. Das gesamte verwaltete Vermögen kletterte auf USD 186 Mrd.

Diese anhaltenden Zuflüsse unterstreichen das Vertrauen globaler Großanleger in die Plattform. Sie sichern dem Konzern verlässliche Verwaltungsgebühren und halten die operative Marge auf einem robusten Niveau. Zudem bestätigte das Management das Jahresziel für neue Kapitalzusagen in einer Spanne von USD 26 bis 32 Mrd.

Auch investitionsseitig agiert die Gesellschaft weiter handlungsfähig. Für die geplante Mehrheitsübernahme des Stromversorgungsspezialisten AVK Power Solutions ist der Einsatz von über USD 1 Mrd. an Eigenkapital vorgesehen.

Parallel dazu führt das Management exklusive Verhandlungen über den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an Aroma-Zone von Eurazeo. Gelingt es, dieses Kapital in wachstumsstarke Segmente zu lenken und bei einer Belebung der M&A-Märkte rentabel zu monetarisieren, besitzt das Geschäftsmodell beträchtlichen Hebel nach oben.

Liquiditätsmanagement bei Evergreen-Fonds birgt Risiken

Gleichwohl stehen die Eidgenossen vor operativen Hürden, die das bärische Szenario nähren. Besondere Aufmerksamkeit gilt den offenen Evergreen-Strukturen, die Anlegern regelmäßige Liquidität in Aussicht stellen. Im ersten Halbjahr summierten sich die Rücknahmen in diesem Segment auf USD 3,8 Mrd., wobei der Löwenanteil auf drei reifere Fonds entfiel.

Dieses Gating schützt zwar die Substanz der Portfolios, kann jedoch die Bereitschaft für frische Zeichnungen dämpfen.

Zusätzliche Komplexität entsteht durch den Umgang mit älteren Kreditbeständen. Medienberichten zufolge prüft der Konzern, Private-Credit-Darlehen im Umfang von rund €800 Mio. in ein Fortführungsvehikel zu überführen. Ein solcher Schritt böte Bestandsinvestoren zwar die Wahl zwischen Barausstieg und Weiterführung, verdeutlicht aber zugleich, wie zäh sich die Verwertung bestimmter Kreditengagements derzeit gestaltet.

Richtungssuche an der Jahrestiefmarke

Am Markt spiegelt sich diese Gemengelage in einer fragilen Kurssituation wider. Bei einer Notierung von 660,60 € bewegt sich das Papier nur knapp oberhalb des 52-Wochen-Tiefs von 646,00 €.

Solange diese markante Unterstützung hält, eröffnet sich für Anleger die Perspektive einer charttechnischen Bodenbildung und einer schrittweisen Stabilisierung. Kippt dieser Halt jedoch unter anhaltendem Verkaufsdruck, droht eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung.

Als nächster strategischer Wegweiser fungiert der anstehende Führungswechsel: Zum 1. Januar 2027 übernehmen Roberto Cagnati und Juri Jenkner als Co-CEOs die Leitung, während David Layton die Rolle des Chief Investment Officer übernimmt. Bis dahin wird vor allem der Fortschritt bei den angestrebten Jahreszusagen von bis zu USD 32 Mrd. darüber entscheiden, ob das Vertrauen an den Märkten nachhaltig zurückkehrt.

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