Partners Group Aktie: 2-Milliarden-Euro-Deal für Aroma-Zone
Veröffentlicht am: 04.09.2026 um 11:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Partners Group treibt sein Geschäft mit Unternehmensbeteiligungen weiter voran, während die Aktie sich von ihrem historischen Tief erst langsam löst. Der Vermögensverwalter erwarb eine Mehrheitsbeteiligung an Aroma-Zone von Eurazeo und einigte sich parallel auf die Übernahme von AVK Power Solutions, einem Anbieter von Stromversorgungslösungen für Rechenzentren. Beide Transaktionen zeigen, wie das Unternehmen trotz schwächerer Ertragslage aktiv nach neuen Investitionsfeldern sucht.
Zwei Deals mit unterschiedlichem Profil
Der Einstieg bei Aroma-Zone erfolgte nach exklusiven Verhandlungen und bewertet das Naturkosmetik-Unternehmen laut Financial Times mit einem Unternehmenswert von rund 2 Milliarden Euro. Damit setzt Partners Group auf einen Konsumgüterhersteller mit stabiler Nachfrage – ein Kontrastprogramm zum zweiten Deal.
Bei AVK Power Solutions plant Partners Group eine Eigenkapitalinvestition von mehr als 1 Milliarde US-Dollar, ergänzt durch Fremdfinanzierung. Das Unternehmen liefert Stromversorgungslösungen für Rechenzentren – ein Segment, das vom anhaltenden Ausbau der Digitalinfrastruktur profitiert. Die beiden Zukäufe verdeutlichen die Strategie, Kapital in strukturell wachsende Nischen zu lenken, auch wenn das laufende Geschäft unter Druck steht.
Der Ertragsdruck bleibt sichtbar
Denn die Rahmenbedingungen für Partners Group sind derzeit alles andere als komfortabel. Im ersten Halbjahr 2026 sanken die Erträge um 7 Prozent auf 1,12 Milliarden Schweizer Franken.
Das EBITDA ging um 9 Prozent auf 706 Millionen Franken zurück, der Gewinn fiel um 13 Prozent auf 502 Millionen Franken. Ursache war vor allem der Einbruch beim Performance Income, das um 39 Prozent auf 216 Millionen Franken sackte und damit nur noch 19 Prozent der Gesamteinnahmen ausmachte.
Gegenläufig entwickelte sich das Management Income, das währungsbereinigt um 12 Prozent auf 905 Millionen Franken zulegte – ein Hinweis darauf, dass das Kerngeschäft der verwalteten Vermögen weiterhin trägt. Die Assets under Management erreichten 186 Milliarden US-Dollar.
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte das Unternehmen seine Guidance für Kapitalzusagen von 26 bis 32 Milliarden US-Dollar, senkte jedoch die erwartete Spanne für den Anteil der Performance-Erträge auf 20 bis 25 Prozent, nachdem zuvor ein unteres Ende von 25 Prozent innerhalb einer breiteren Spanne von 25 bis 40 Prozent avisiert war.
Kurs bleibt unter Druck, Erholung setzt erst an
Die Aktie notierte am Donnerstag bei 731,20 Euro und legte damit 2,3 Prozent zu. Der Kurs bewegt sich jedoch weiterhin deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt, der bei 917,40 Euro liegt – ein Abstand von 20 Prozent, der die Schwere des Kursverfalls der vergangenen Monate unterstreicht. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 31 Prozent zu Buche, auf Sicht von zwölf Monaten sind es 36 Prozent.
Der jüngste Kursanstieg fällt in eine Phase, in der das Unternehmen mit dem angekündigten Wechsel an der Unternehmensspitze und den beiden neuen Übernahmen zumindest operative Aktivität signalisiert.
Ob die Zukäufe in Naturkosmetik und Rechenzentren-Energie ausreichen, um das schwächelnde Performance-Geschäft zu kompensieren, dürfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen. Für Anleger bleibt die Kombination aus sinkenden Performance-Erträgen und strategischer Diversifikation die zentrale Beobachtungsgröße.
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