Palantir Aktie: William Blair stuft auf Buy
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 15:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Palantir gerät zunehmend zum Fixpunkt für Investoren, die auf militärische KI-Anwendungen setzen. Das Analysehaus William Blair stufte die Aktie am 26. August mit Buy ein und verwies dabei auf das hauseigene Maven Smart System, das sich einer jährlichen wiederkehrenden Umsatzmarke von einer Milliarde Dollar nähert. Die Einschätzung fällt in eine Phase, in der Palantir nach starken Quartalszahlen und einer angehobenen Jahresprognose ohnehin im Fokus steht.
Maven als Wachstumstreiber
Das Verteidigungsprogramm Maven, ursprünglich als Bilderkennungsprojekt für das Pentagon gestartet, hat sich laut den Analysten von William Blair zu einem der wichtigsten Umsatzbausteine im Regierungsgeschäft entwickelt.
Die Einstufung reiht sich ein in eine Serie positiver Signale aus dem Verteidigungsbereich, zu denen auch die vor rund zwei Wochen bekannt gewordene Pentagon-Zuweisung für KI-Datenanalysedienste zählt. Seither hat die Aktie um 5,9 Prozent zugelegt.
Parallel dazu bleibt das Geschäft mit US-Behörden ein tragendes Standbein. Im zweiten Quartal wuchs der Umsatz mit der amerikanischen Regierung um 90 Prozent auf 809 Millionen Dollar, während das US-Firmenkundengeschäft mit einem Plus von 149 Prozent auf 764 Millionen Dollar noch dynamischer expandierte.
Konzernweit stieg der Umsatz um 93 Prozent auf 1,94 Milliarden Dollar, der Nettogewinn kletterte auf 1,06 Milliarden Dollar beziehungsweise 0,41 Dollar je Aktie – nach 0,13 Dollar im Vorjahresquartal.
Anhaltend hohe Wachstumsprognose
Palantir hob nach diesen Zahlen die eigene Jahresprognose deutlich an: Der Konzern rechnet nun mit einem Umsatz zwischen 8,15 und 8,158 Milliarden Dollar, das US-Firmenkundengeschäft soll um mehr als 134 Prozent wachsen.
Für das dritte Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz von 2,160 bis 2,164 Milliarden Dollar in Aussicht, verbunden mit einem bereinigten operativen Ergebnis von 1,292 bis 1,296 Milliarden Dollar.
Firmenchef Alex Karp bezeichnete das Quartal gegenüber CNBC als "otherworldly" und erklärte, die Nachfrage nach KI-Souveränität sei nun entfesselt worden. Nach seiner Einschätzung dürfte das starke Wachstumstempo noch mindestens 18 Monate anhalten – eine Aussage, die Karp ausdrücklich als Erwartung formulierte, nicht als Zusage.
Kursbild bleibt volatil
An der Börse spiegelt sich diese Wachstumsdynamik in einer erheblichen Schwankungsbreite wider. Der Kurs notiert aktuell bei 157,78 Euro und gab am heutigen Handelstag um 1,8 Prozent nach, nachdem er am Montag noch bei 160,66 Euro geschlossen hatte.
Über die vergangenen 30 Tage steht dennoch ein Plus von 44 Prozent zu Buche, was die Aktie rund 12 Prozent unter ihr 52-Wochen-Hoch von 179,98 Euro vom 3. November zurückwirft.
Nicht alle prominenten Investoren folgen dem positiven Trend uneingeschränkt: Cathie Woods ARK Invest verkaufte Ende August Palantir-Aktien im Wert von 27,2 Millionen Dollar und kaufte im Gegenzug SpaceX-Papiere im ähnlichen Volumen – ein Hinweis darauf, dass selbst überzeugte Tech-Investoren gelegentlich Kasse machen. Auch Konzerninsider, darunter Karp und Technikchef Shyam Sankar, hatten bereits im Mai Aktien im Wert von 43 Millionen Dollar veräußert.
Die nächste Bewährungsprobe steht mit den Quartalszahlen am 2. November an. Analysten erwarten dann einen Gewinn je Aktie von 0,40 Dollar – ein Wert, an dem sich zeigen wird, ob das von Karp versprochene anhaltende Hochwachstum tatsächlich Bestand hat.
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