Palantir Aktie: Labour-Abgeordneter warnt vor NHS-Abhängigkeit
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 17:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der US-Datenanalysespezialist Palantir sieht sich im Vereinigten Königreich mit wachsendem politischem Widerstand konfrontiert.
Im Mittelpunkt stehen dabei Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit sowie nationale Sicherheitsrisiken.
Parlamentarische Bedenken und Verflechtungen
Im britischen Parlament formiert sich spürbarer Widerstand gegen die Präsenz des US-Unternehmens. Der Labour-Abgeordnete Clive Lewis warnt vor einer fortschreitenden Einbettung der Software in sensible Kernbereiche wie den NHS, die Polizei und das Verteidigungsministerium. Lewis mahnt insbesondere eine problematische Abhängigkeit von US-amerikanischem Recht an, sollten geschäftskritische IT-Infrastrukturen über den US-Anbieter betrieben werden.
Auf Regierungsebene gibt es derweil Fürsprecher. Varun Chandra, Berater in Downing Street Number 10, verteidigt die Zusammenarbeit mit Palantir. Die Verbindungen reichen bis in die Führungsetage des Unternehmens: Palantir-Mitgründer Joe Lonsdale bestätigte ein direktes Treffen mit Chandra.
Vorwürfe um die NHS-Ausschreibung
Zusätzliche Schärfe erhält die Debatte durch Vorgänge bei der ursprünglichen Auftragsvergabe. Berichten der Financial Times zufolge gab es im Zusammenhang mit der Datenplattform-Ausschreibung Bedenken wegen möglicher Interessenkonflikte.
Die Auseinandersetzungen treffen auf ein Marktumfeld, in dem Palantir international versucht, seine Präsenz im staatlichen Technologiesektor zu vertiefen. Dabei beobachten Marktteilnehmer aufmerksam, in welchem Umfang sich das Engagement in behördlichen Großprojekten in nachhaltigen Auftragszahlen niederschlägt.
Solide Verfassung an den Märkten
An der Börse zeigen sich die Marktteilnehmer von den politischen Diskussionen in London unbeeindruckt. Das Papier notiert heute bei 161,18 Euro, was einem leichten Tagesgewinn von 1,0 Prozent entspricht. Damit behauptet sich der Kurs stabil über dem gestrigen Schlusskurs von 159,56 Euro.
Die weiteren Beschlüsse der britischen Behörden dürften dennoch Signalwirkung für europäische Institutionen besitzen.
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