Palantir Aktie: Karp fordert eigene Regeln
Veröffentlicht am: 18.09.2026 um 03:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Palantir baut sein Geschäft mit der Privatwirtschaft weiter aus – und CEO Alex Karp meldet sich zeitgleich mit einem ungewöhnlichen Appell zu Wort: Der Softwarekonzern selbst solle stärker reguliert werden.
Chipotle testet derzeit eine Software namens "Food Safety Risk Management Platform", die auf Palantirs Kernprodukt Foundry läuft. Die Plattform bündelt Gesundheitsinspektionen, Schädlingsmeldungen und Krankmeldungen von Mitarbeitern zu einem Risikoscore je Filiale. Chipotle bestätigte das Pilotprojekt, machte aber keine Angaben dazu, wie viele Standorte beteiligt sind oder ob die Daten anonymisiert werden.
Für Palantir ist der Deal ein weiterer Baustein im Ausbau des kommerziellen Geschäfts jenseits von Regierungsaufträgen. Tyson, General Mills und Wendy's nutzen bereits ähnliche Foundry-Anwendungen zur Bestandsverfolgung. Nach wie vor stammt aber fast die Hälfte der Konzernerlöse aus Verträgen mit US-Behörden – darunter ein Auftrag des Heeres über 175 Millionen Dollar für ein KI-Zielsystem sowie die Zusammenarbeit mit der Einwanderungsbehörde ICE.
Karp ruft nach Leitplanken
Parallel zur Chipotle-Meldung positionierte sich Karp am Donnerstag in einem CNBC-Interview zur KI-Regulierung. Er forderte "vernünftige Leitlinien", die tatsächlich durchgesetzt werden, und plädierte für zivil- und strafrechtliche Haftung für Unternehmen, die Technologien mit weitreichenden Folgen entwickeln. Wer nichts unternehme, handle "unverantwortlich", so Karp.
Die Aussagen fallen in eine Phase, in der Branchengrößen die Debatte um KI-Sicherheit neu befeuern. Anthropic-Chef Dario Amodei hatte zuletzt zu einer Verlangsamung bei der Entwicklung von Spitzenmodellen aufgerufen. Karp schließt sich dieser Linie an, ohne konkrete Regulierungsvorschläge zu nennen.
Für Palantir-Investoren zeigt sich damit ein doppeltes Bild: Auf der einen Seite wächst das Unternehmen in immer mehr Branchen der Privatwirtschaft hinein, von Lebensmittelsicherheit bis Einzelhandel. Auf der anderen Seite bleibt die Nähe zu Geheimdiensten und Militär Teil der Unternehmensgeschichte – ein Spannungsfeld, das Karp mit seinem öffentlichen Ruf nach Regulierung selbst anspricht, ohne es aufzulösen.
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