Owlet Aktie: Abo-Wachstum übertrifft Erwartungen
Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 00:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Babymonitor-Hersteller Owlet hat im zweiten Quartal 2026 mehr geliefert, als der Markt erwartet hatte — und die Aktie reagierte in nachbörslichem Handel mit einem kräftigen Sprung. Der Umsatz kletterte um 29,9 Prozent auf 33,9 Millionen Dollar, deutlich über der Konsensschätzung von rund 31,7 Millionen Dollar. Der Verlust pro Aktie fiel mit einem Cent auf ein Bruchteil der erwarteten zehn Cent.
Kern der Story ist aber nicht das Quartalsergebnis selbst, sondern die Verschiebung des Geschäftsmodells. Owlet wandelt sich vom reinen Hardware-Verkäufer zur Abo-Plattform für Kindergesundheit — und diese Transformation zeigt messbare Fortschritte.
Abonnenten als neuer Wachstumstreiber
Die Abo-Umsätze erreichten mit 3,2 Millionen Dollar einen Rekordwert, ein Plus von 2,4 Millionen Dollar gegenüber dem Vorjahresquartal. Owlet zählte zum Quartalsende 130.000 zahlende Abonnenten, die Durchdringungsrate beim Kernprodukt Dream Sock in den USA stieg auf 36 Prozent. Damit hat mehr als ein Drittel der Dream-Sock-Käufer inzwischen ein aktives Abonnement.
Das Management um CEO Kurt Workman formuliert ein klares langfristiges Ziel: mehr als eine Million wiederkehrende Abonnenten, erreicht über jährlich rund eine Million neue Kunden und eine Kundenbindung von mindestens zwei Jahren. Aktuell liegt die durchschnittliche Abo-Dauer bei etwa zwölf Monaten — die Lücke zum Zielwert bleibt beträchtlich.
International lief das Geschäft besonders stark: Die Erlöse außerhalb der USA wuchsen um 214 Prozent auf 5,7 Millionen Dollar, angetrieben von Deutschland, Frankreich und Osteuropa.
Tarifgewinn verzerrt die Marge
Die Bruttomarge lag inklusive eines einmaligen Zollrückerstattungseffekts bei 64,4 Prozent, bereinigt bei 54,0 Prozent — ein Anstieg von 270 Basispunkten im Jahresvergleich. Der Sondereffekt aus der Zollrückerstattung trug rund 3,5 Millionen Dollar zur Marge und 3,75 Millionen Dollar zum bereinigten EBITDA bei. Ohne diesen Effekt fiel die operative Verbesserung solider, aber weniger spektakulär aus.
Owlet erhöhte deshalb zwar die Jahresprognose für Marge und EBITDA, beließ die Umsatzprognose für 2026 aber bei 118 bis 122 Millionen Dollar. Für das dritte Quartal rechnet das Management sowohl im Vergleich zum Vorquartal als auch zum Vorjahr mit rückläufigen Werten — schärferer Wettbewerb und aggressive Rabattaktionen von Konkurrenten belasten das Geschäft, zusätzlich verschärft durch eine Amazon-Frist vom 10. August für nicht FDA-zugelassene Vitalzeichen-Monitore.
Das Unternehmen räumte zudem in der Präsentation unwesentliche Fehler bei der Verbuchung aktienbasierter Vergütung ein und wird deshalb frühere Abschlüsse für das erste Quartal 2026 sowie die Geschäftsjahre 2025 und 2024 revidieren — als routinemäßig und nicht wesentlich eingestuft.
Die Aktie bleibt trotz der Rally rund 66 Prozent unter ihrem Zwölfmonatshoch von 16,94 Dollar, hat sich vom Jahrestief bei 4,19 Dollar aber deutlich erholt. Ob die Abo-Strategie das nötige Tempo aufnimmt, um die vorsichtige Prognose für die zweite Jahreshälfte zu übertreffen, dürfte sich an der Entwicklung der Abonnentenzahlen in den kommenden Quartalen zeigen.
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