Ottobock Aktie: UBS hebt Kursziel auf 78 Euro
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 03:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Medizintechnikhersteller Ottobock hat seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr nach oben korrigiert. Gestern reagierte die Schweizer Großbank UBS auf die operative Dynamik und hob das Kursziel für die Aktie von 74,00 Euro auf 78,00 Euro an. Das Unternehmen profitiert von einem deutlichen Wachstum im Kerngeschäft und treibt gleichzeitig die Straffung seines Portfolios voran.
Deutliches Gewinnwachstum im ersten Halbjahr
In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 steigerte Ottobock den Umsatz im Kerngeschäft um 7,7 Prozent auf 818,5 Millionen Euro. Organisch belief sich das Plus auf 6,7 Prozent.
Besonders deutlich fiel das Wachstum beim operativen Ergebnis aus: Das bereinigte Kern-EBITDA kletterte um 18,1 Prozent auf 207,0 Millionen Euro. Damit erzielte das Unternehmen in diesem Bereich eine Marge von 25,3 Prozent.
Unter dem Strich verzeichnete der Konzern einen Sprung beim Nettogewinn. Der ausgewiesene Konzerngewinn stieg im ersten Halbjahr auf 67,3 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 31,2 Millionen Euro in den Büchern gestanden hatten. Belastet wurde hingegen der operative Cashflow, der unter anderem wegen steuerlicher Einmaleffekte von 93,2 Millionen Euro im Vorjahr auf 71,8 Millionen Euro sank.
Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung präzisierte das Management die Erwartungen für das Gesamtjahr. Das Unternehmen rechnet nun mit einem organischen Kernumsatzwachstum zwischen 6 und 8 Prozent. Zuvor lag die Spanne bei 5 bis 8 Prozent. Die Prognose für die bereinigte Kern-EBITDA-Marge wurde ebenfalls angehoben und soll nun über 27,0 Prozent liegen.
Strategische Fokussierung und Personalien
Parallel zu den Geschäftszahlen gab das Unternehmen wichtige Weichenstellungen in der Konzernstruktur bekannt. Der Aufsichtsrat bestätigte Oliver Jakobi vorzeitig in seinem Amt als CEO. Damit soll die Kontinuität bei der laufenden Neuausrichtung gewahrt bleiben. Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist die Trennung von Randbereichen.
So hat Ottobock den Verkauf des Rollstuhlgeschäfts, das unter dem Namen „Human Mobility“ geführt wird, an einen Investor final vereinbart. Der Abschluss dieser Transaktion wird innerhalb der nächsten 18 Monate erwartet.
Gleichzeitig investiert der Spezialist für Prothetik in technologische Zukunftsbereiche und sicherte sich eine Minderheitsbeteiligung an dem US-Unternehmen Blue Arbor Technologies, um die Kompetenzen bei Mensch-Maschine-Schnittstellen zu stärken.
Bereits am 11. August wurde zudem die Integration von Blatchford Norway abgeschlossen. Mit der Übernahme der acht Kliniken wuchs das weltweite Versorgungsnetzwerk des Unternehmens auf mehr als 420 Standorte an. Eine weitere Ergänzung des Portfolios in der Neuro-Orthetik ist durch den Erwerb des spanischen Spezialisten Fesia Technology geplant, der Anfang 2027 abgeschlossen sein soll.
Analysten sehen weiteres Potenzial
An der Börse beendete das Papier den gestrigen Handelstag mit einem Schlusskurs von 59,70 Euro. Damit notiert die Aktie knapp über ihrem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, zu dem der Abstand aktuell 0,5 Prozent beträgt. Seit Jahresbeginn weist der Wert hingegen ein Minus von 8,7 Prozent auf.
Analysten bewerten die jüngsten Entwicklungen überwiegend positiv. Die Experten von Goldman Sachs bestätigten am 17. August ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 88,00 Euro. In einer Studie wurde die detaillierte Analyse der Halbjahreszahlen als Grund für die Einstufung angeführt.
Medienberichten zufolge liegt das durchschnittliche Kursziel des Analystenkonsensus derzeit bei 81,14 Euro, wobei die Spanne der Einschätzungen von 66,00 bis zu 93,00 Euro reicht. Sechs von sieben Experten raten aktuell zum Kauf der Aktie.
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