Oracle Aktie: Windparks für Rechenzentren geplant
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 08:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Windkraftprojekte für Rechenzentren in Texas
Oracle setzt bei der rasanten Expansion seiner Rechenzentren verstärkt auf eigene Stromquellen. Am Donnerstag gab das US-Unternehmen Investitionen in Windenergieprojekte im US-Bundesstaat Texas bekannt. Die Anlagen sollen mehr als 1,7 Gigawatt emissionsfreie Elektrizität erzeugen. Die Energie wird in das regionale ERCOT-Stromnetz eingespeist, das unter anderem den Oracle-Standort in Abilene versorgt. Bis zum Jahr 2035 plant der Konzern, den gesamten Strombedarf seiner KI-Rechenzentren vollständig mit kohlendioxidfreier Energie abzudecken.
Der enorme Stromhunger moderner Rechnerarchitekturen entwickelt sich branchenweit zu einem kritischen Engpass für das weitere Wachstum. Ohne verlässliche Energiezufuhr lassen sich neu errichtete Großanlagen für künstliche Intelligenz oft nicht termingerecht betreiben. Oracle versucht deshalb, den Ausbau der Rechenkapazitäten von Beginn an direkt mit der regionalen Erzeugung erneuerbarer Energien zu verzahnen.
Milliardeninvestitionen treiben die Infrastruktur
Die Sicherung der Energieversorgung flankiert eine beispiellose Ausgabenwelle für die physische IT-Infrastruktur. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 kletterten die Investitionsausgaben von Oracle auf 28,50 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 8,50 Milliarden US-Dollar im Vorjahresabschnitt. Im selben Quartal stellte das Unternehmen neue Rechenzentrumskapazitäten im Umfang von 850 Megawatt bereit.
Dieser massive Ausbau soll gewährleisten, dass die stark anziehende Nachfrage nach hochspezialisierter Cloud-Infrastruktur zeitnah bedient werden kann. Vor allem das Training komplexer KI-Modelle erfordert enorme Rechnerressourcen, die Oracle über seine Plattformen vermietet.
Dass dieser Kapazitätsaufbau dringend erforderlich ist, belegen die jüngsten Vertragsabschlüsse. Im ersten Quartal sicherte sich das Unternehmen zusätzliche Cloud-Verträge im KI-Bereich im Wert von mehr als 30 Milliarden US-Dollar. Durch diese Neuabschlüsse schwoll der gesamte Auftragsbestand an künftigen Leistungsverpflichtungen auf 664 Milliarden US-Dollar an.
Dieser enorme Auftragsberg stützt die langfristige Wachstumsstrategie des Managements. Gleichzeitig steigen damit jedoch die Anforderungen an eine zügige Inbetriebnahme der weltweiten Rechenzentren, um die vertraglich zugesicherten Leistungen auch tatsächlich erbringen zu können.
Wachsender Auftragsberg und verhaltene Analysten
Im abgelaufenen Vierteljahr kletterte der Quartalsumsatz um 30 Prozent auf 19,3 Milliarden US-Dollar, gestützt von der hohen Dynamik im Infrastruktursegment. Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 peilt die Unternehmensführung nun Erlöse von mindestens 90 Milliarden US-Dollar an.
Trotz der robusten Umsatzperspektiven reagieren Marktbeobachter jedoch zurückhaltend. Vor allem die gewaltigen Vorlaufkosten für Hardware und Energieprojekte belasten die kurzfristigen Renditeerwartungen an den Finanzmärkten.
Auch weitere Branchenexperten passten ihre Kurserwartungen für den Software- und Cloud-Konzern zuletzt moderater an. Die Skepsis hinsichtlich der drastischen Kapitalbindung überwiegt bei den Investoren vorerst den Optimismus über die vollen Auftragsbücher.
Am Aktienmarkt hinterlässt diese Zurückhaltung deutliche Spuren. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Oracle-Aktie bei 128,70 Euro. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursrückgang damit auf ein Minus von 23 Prozent.
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