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Oracle Aktie: Neue Entlassungswelle nach 21.000 Stellenstreichungen

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 23:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Oracle baut erneut Personal ab, während KI-Investitionen den freien Cashflow belasten. Umsatz und Cloud-Geschäft wachsen dennoch deutlich.

Moderner Rechenzentrums-Serverraum mit langen Reihen beleuchteter Serverschränke
Oracle Corporation US68389X1054 zeigt einen modernen, realistisch fotografierten Rechenzentrums-Serverraum mit beleuchteten Serverschränken und Kabeln Illustration mit AI erstellt.

Oracle reagiert auf die enormen Kosten für den Ausbau seiner Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI) mit einer weiteren Entlassungswelle. Während der US-Softwarekonzern Milliarden in neue Rechenzentren und Prozessoren investiert, wurde am gestrigen Montag eine neue Runde an Stellenstreichungen eingeleitet. Betroffene Mitarbeiter erhielten bereits am frühen Morgen Kündigungsschreiben per E-Mail, die mit sofortiger Wirkung gültig waren.

Neue Entlassungswelle nach massivem Stellenabbau

Die aktuelle Maßnahme folgt auf ein bereits einschneidendes Fiskaljahr 2026, in dem Oracle seine Belegschaft massiv verkleinerte. Bis Ende Mai wurden bereits rund 21.000 Stellen gestrichen, was einer Reduzierung der Gesamtbelegschaft um etwa 13 Prozent auf rund 141.000 Mitarbeiter entsprach.

Medienberichten zufolge sind von der neuen Kündigungswelle mehrere Abteilungen betroffen, wobei in einigen Bereichen Kürzungen von mehr als zehn Prozent der Belegschaft im Gespräch sind.

Betroffene Angestellte erhalten laut Berichten eine Abfindung, die sich aus vier Wochen Grundgehalt sowie einer zusätzlichen Woche pro Beschäftigungsjahr zusammensetzt. Um diesen fortlaufenden Umbau zu finanzieren, hat Oracle die veranschlagten Restrukturierungskosten deutlich erhöht. Der Plan sieht nun Ausgaben von insgesamt rund 2,8 Milliarden US-Dollar vor — eine Steigerung um 700 Millionen US-Dollar gegenüber früheren Kalkulationen.

Milliardeninvestitionen belasten den Cashflow

Der Konzern steht unter erheblichem finanziellem Druck, um im Wettlauf um KI-Kapazitäten mit Wettbewerbern wie Microsoft oder Amazon Schritt zu halten. Im ersten Quartal des Fiskaljahres 2027, das Ende August endete, verbuchte Oracle einen negativen freien Cashflow von 5,4 Milliarden US-Dollar.

Ursächlich hierfür sind die rasant gestiegenen Investitionsausgaben (Capex), die allein im abgelaufenen Quartal 28,5 Milliarden US-Dollar erreichten. Im Vergleich zum Vorjahresquartal, als die Investitionen noch bei 8,5 Milliarden US-Dollar lagen, entspricht dies mehr als einer Verdreifachung.

Für das gesamte laufende Fiskaljahr prognostiziert das Management Investitionsausgaben in einer Größenordnung von 90 bis 95 Milliarden US-Dollar. Um diesen Kapitalbedarf zu decken, verfolgt Oracle eine umfangreiche Finanzierungsstrategie: Insgesamt sollen im Fiskaljahr 2027 rund 40 Milliarden US-Dollar über die Aufnahme von Schulden sowie Aktienemissionen am Kapitalmarkt beschafft werden.

Strategiewechsel und Kursentwicklung

Trotz der hohen Kosten zeigt das operative Geschäft in Teilbereichen eine starke Dynamik. Wie Oracle bereits am vergangenen Donnerstag mitteilte, stieg der Umsatz im ersten Quartal um rund 30 Prozent auf 19,3 Milliarden US-Dollar, getrieben durch ein Wachstum von 121 Prozent im Bereich der Cloud-Infrastruktur. Der Auftragsbestand schwoll auf 664 Milliarden US-Dollar an, wovon ein erheblicher Teil auf neue Verträge für KI-Cloud-Dienste entfällt.

An der Börse wird die Strategie der hohen Investitionen bei gleichzeitigem Stellenabbau mit Skepsis beobachtet. Die Oracle-Aktie notiert heute bei 124,06 Euro und verliert damit rund 1,0 Prozent.

Seit dem Erreichen des 52-Wochen-Hochs im September des vergangenen Jahres hat das Papier deutlich an Boden verloren und weist aktuell einen Abstand von minus 56 Prozent zu diesem Höchstwert auf. Dennoch behauptet sich der Kurs mit einem Vorsprung von 1,4 Prozent weiterhin knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt von 122,34 Euro.

Parallel zu den personellen Einschnitten gab es eine wichtige Nachricht aus der Führungsebene: Larry Ellison, Executive Chairman und Großaktionär des Unternehmens, hat seinen Plan zum Verkauf von bis zu 50 Millionen Aktien am heutigen Dienstag offiziell gestrichen. Ellison wird damit vorerst keine Anteile aus diesem Programm veräußern, das ursprünglich im Juni beschlossen worden war.

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