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Oracle Aktie: Meldung an Blue Owl sichert Zahlungsaufschub

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 19:07 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Oracle meldet starkes Cloud-Wachstum, doch Jupiter-Verzögerungsrisiken und hohe Investitionen belasten Kurs und freien Cashflow.

Moderner Rechenzentrums-Serverraum mit langen Reihen beleuchteter Serverschränke
Oracle Corporation US68389X1054 zeigt einen modernen, realistisch fotografierten Rechenzentrums-Serverraum mit beleuchteten Serverschränken und Kabeln Illustration mit AI erstellt.

Ein Bericht über juristische Schritte bei einem zentralen Rechenzentrumsprojekt belastet Oracle heute schwer: Der Kurs des Software- und Cloud-Konzerns bricht um 7,4 Prozent auf 117,50 € ein.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg hat Oracle eine Mitteilung über höhere Gewalt (Force Majeure) an den Entwickler des Projekts Jupiter, eine Einheit von Blue Owl Capital, übermittelt. Damit will sich der Konzern das Recht sichern, Zahlungen aufzuschieben, falls das geplante Rechenzentrum im US-Bundesstaat New Mexico nicht wie vorgesehen im Jahr 2028 in Betrieb geht.

Verzögerungsrisiken beim Prestigeprojekt

Die Mitteilung wirft ein Schlaglicht auf die Risiken hinter Oracles rasantem Infrastrukturausbau. Das Projekt Jupiter zählt zu den bedeutenden Vorhaben zur Erweiterung der Cloud-Kapazitäten für Künstliche Intelligenz. Medienberichten zufolge stehen Kredite im Zusammenhang mit dem Vorhaben unter Druck, nachdem es zu Genehmigungsverzögerungen, Klagen und lokalem Widerstand kam, während die Bonitätsbewertung durch S&P herabgestuft worden war.

Mit dem Schritt versucht das Management, vertragliche Zahlungsverpflichtungen an den tatsächlichen Baufortschritt zu koppeln. Sollte sich die Fertigstellung verzögern, bliebe Oracle vor vorzeitigen Mittelabflüssen geschützt. Für Anleger wiegt jedoch schwerer, dass sich die Bereitstellung neuer Rechenkapazitäten nach hinten verschieben könnte. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie nun ein Minus von 29 Prozent.

Hohe Ausgaben treffen auf straffen Sparkurs

Die Hängepartie fällt in eine Phase massiver Vorabinvestitionen. Zwar kletterte der operative Cashflow im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 auf den Rekordwert von 23 Milliarden $, doch stiegen die Investitionsausgaben (CapEx) im selben Zeitraum auf 28 Milliarden $.

In der Folge drehte der freie Cashflow mit minus 5 Milliarden $ in den negativen Bereich. Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 hält das Unternehmen an einer CapEx-Prognose von 90 bis 95 Milliarden $ fest.

Parallel zu den gewaltigen Summen für Hardware und Bauprojekte setzt der Konzern an anderer Stelle den Rotstift an. Vor gut einer Woche leitete Oracle eine neue Entlassungswelle ein, bei der rund 2.500 Beschäftigte ihre Kündigung erhielten; in einzelnen Teams gab es zweistellige prozentuale Einschnitte.

Zusätzlicher Druck entsteht im traditionellen Softwaregeschäft, wo Dienstleister wie Datacom in Australien und Neuseeland Drittanbieter-Wartung anbieten und die konzerneigenen Preise unterbieten.

Cloud-Wachstum bleibt vorerst stark

Operativ profitierte Oracle zuletzt dennoch stark vom weltweiten KI-Boom. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 stiegen die Erlöse im Bereich Cloud-Infrastruktur um 121 Prozent auf 7,4 Milliarden $. Bei über 300.000 im Quartal eingesetzten Grafikprozessoren lag deren Auslastung bei 97,9 Prozent.

Der Gesamtumsatz kletterte im Vorjahresvergleich um 30 Prozent auf 19,3 Milliarden $, während der Gewinn je Aktie 1,92 $ erreichte. Zudem hob der Konzern seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf mindestens 90 Milliarden $ an.

Ob diese Wachstumsdynamik mittelfristig gehalten werden kann, hängt nun maßgeblich davon ab, wie schnell die vertraglichen und baulichen Hürden bei Großprojekten wie Jupiter ausgeräumt werden.

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