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Oracle Aktie: Gewinnsprung besänftigt Zweifler

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 02:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Oracle übertrifft im ersten Quartal die Erwartungen und hebt den Jahresausblick an, während Schulden und negativer Cashflow offen bleiben.

Moderner Rechenzentrums-Serverraum mit langen Reihen beleuchteter Serverschränke
Oracle Corporation US68389X1054 zeigt einen modernen, realistisch fotografierten Rechenzentrums-Serverraum mit beleuchteten Serverschränken und Kabeln Illustration mit AI erstellt.

Oracle liefert Zahlen, die über den Erwartungen liegen — und die Aktie reagiert nachbörslich mit einem Kurssprung von 6,6 Prozent. Nach Wochen voller Sorgen um Schulden und Cashflow ist das ein deutliches Lebenszeichen für den kleinsten der großen Cloud-Anbieter.

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 verdiente Oracle bereinigt 1,92 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 19,35 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt nur 1,73 Dollar je Aktie und 19,13 Milliarden Dollar Umsatz erwartet. Damit übertrifft Oracle beide zentralen Kennzahlen klar.

Der Ausblick treibt die Rally

Noch relevanter als die vergangenen drei Monate ist die Prognose für die Zukunft. Für das laufende zweite Quartal rechnet Oracle auf Basis konstanter Wechselkurse mit einem bereinigten Gewinn zwischen 1,83 und 1,91 Dollar je Aktie, bei einem Umsatzwachstum von 30 bis 34 Prozent.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 hebt der Konzern die Prognose an: 8,10 Dollar Gewinn je Aktie bei mindestens 90 Milliarden Dollar Umsatz, nach zuvor 8,05 Dollar.

Das ist keine spektakuläre Anhebung, aber ein wichtiges Signal. Oracle positioniert sich zunehmend als Gradmesser für den gesamten KI-Infrastruktur-Boom. Die Cloud-Sparte Oracle Cloud Infrastructure (OCI) tritt direkt gegen AWS, Azure und Google Cloud an — und wächst offenbar schneller, als der Markt bislang eingepreist hatte.

Die Schuldenfrage bleibt im Raum

Die grundsätzlichen Zweifel sind mit diesen Zahlen nicht vom Tisch. Oracle hat in den vergangenen Jahren erhebliche Schulden aufgenommen, um seine Rechenzentren für KI-Workloads auszubauen. Die niedrige Backlog-Konversionsrate und ein seit fünf Quartalen in Folge negativer freier Cashflow standen zuletzt unter genauer Beobachtung der Marktteilnehmer.

Die aktuellen Zahlen liefern hier keine direkte Antwort, verschieben die Balance aber zugunsten der Wachstumsstory. Solange Oracle seine Umsatz- und Gewinnprognosen anhebt, dürften Anleger dem Konzern bei der Finanzierung seiner Rechenzentrums-Offensive mehr Vertrauen entgegenbringen als noch vor wenigen Monaten.

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