Oracle, Aktie

Oracle Aktie: Finanzierung gedeckelt

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 01:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Oracle plant bis 2030 nur 20 Milliarden Dollar zusätzliche Kapitalaufnahme und erwartet 2029 mindestens 30 Milliarden Dollar freien Cashflow.
Oracle, Aktie, Finanzierung, Milliarden, Dollar, Kapitalaufnahme, Cashflow Illustration mit AI erstellt.

Zwei Zusagen genügen, um die Stimmung bei Oracle zu drehen. Der Konzern nennt ein ambitioniertes Umsatzziel für 2030 und begrenzt zugleich seinen weiteren Kapitalbedarf. Die Aktie sprang im späten US-Handel um fast 12 Prozent auf rund 146 Dollar.

Das Ziel: mehr als 225 Milliarden Dollar

Auf einem Investorentag peilt Oracle für das Geschäftsjahr 2030 einen Umsatz von über 225 Milliarden Dollar an. Das entspräche ab dem Geschäftsjahr 2026 einem jährlichen Wachstum von mehr als 35 Prozent.

Beim Gewinn visiert das Management mindestens 21 Dollar je Aktie an. Die Analystenschätzungen für den Umsatz 2030 lagen zuvor bei rund 224 Milliarden Dollar, das Ziel liegt also nur leicht darüber.

Mehr Gewicht hat der Cashflow-Ausblick, der über den Erwartungen der Analysten lag. Oracle will in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2028 einen positiven freien Cashflow erreichen. Für 2029 sind mindestens 30 Milliarden Dollar vorgesehen. Ab diesem Jahr soll das Wachstum aus eigener Kraft finanziert werden.

Weniger Schulden, weniger Verwässerung

Der eigentliche Kurstreiber dürfte die Finanzierung sein. Bis zum Geschäftsjahr 2030 will Oracle zusätzlich nur 20 Milliarden Dollar am Kapitalmarkt aufnehmen, die Refinanzierung bestehender Schulden ausgenommen. Die Summe teilt sich je zur Hälfte auf Eigenkapital und Bruttoverschuldung auf.

Entlasten sollen laut Unternehmen Lieferantenfinanzierungen, von Kunden gestellte Hardware und Vorauszahlungen. Sie senken den Mittelbedarf auf dem Weg zum positiven Cashflow.

Die Sorge um die Kosten des KI-Ausbaus belastete die Aktie zuletzt spürbar. Oracle hat rund 117 Milliarden Dollar an langfristigen Schulden aufgenommen und hängt nach Einstufung von S&P mit BBB- knapp über Ramschniveau. Steigende Zinsen verschärften die Zweifel. Marktteilnehmer sehen die neuen Aussagen als Antwort darauf, ob sich die Investitionen auszahlen.

Erholung mit Vorbehalt

Die Aktie testete zuletzt die 100-Tage-Linie und erreichte den höchsten Stand seit über einem Monat. Im S&P 500 lag sie damit hinter Vertiv auf Platz zwei der Gewinner.

Der Sprung relativiert sich jedoch beim Blick auf die längere Frist. Seit dem Rekordhoch im September 2025 geht es abwärts, und seit Jahresbeginn bleibt ein Minus von etwa einem Viertel. Ob die Aktie die 100-Tage-Linie nachhaltig zurückerobert, zeigt sich in den kommenden Handelstagen. Die Finanzierungszusagen bis 2030 liefern dafür eine feste Messlatte.

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