Oracle, Aktie

Oracle Aktie: Bernstein sieht Kursverdopplung

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 21:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bernstein bestätigt für Oracle ein Kursziel von 325 Dollar, während starkes Cloud-Wachstum auf Skepsis wegen hoher Infrastrukturkosten trifft.

Moderner Rechenzentrums-Serverraum mit langen Reihen beleuchteter Serverschränke
Oracle Corporation US68389X1054 zeigt einen modernen, realistisch fotografierten Rechenzentrums-Serverraum mit beleuchteten Serverschränken und Kabeln Illustration mit AI erstellt.

Ein Kursziel von 325 Dollar bei einem aktuellen Aktienkurs von rund 151 Dollar — das ist eine Ansage. Bernstein bekräftigt seine Einschätzung "Outperform" für Oracle und sieht damit mehr als das Doppelte des aktuellen Kurses als Potenzial. Bemerkenswert dabei: Die Aktie hat binnen eines Jahres fast die Hälfte ihres Wertes verloren, notiert klar unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 331 Dollar.

Analyst Mark Moerdler begründet seine Position mit der sauberen Ausführung der Quartalszahlen. Oracle liefere Fortschritte auf dem Weg zu den Zielen für das Geschäftsjahr 2030, ohne größere Probleme oder verschleierte Datenpunkte. Das Unternehmen diversifiziere zudem seine Kundenbasis und baue seine offenen Auftragsverpflichtungen aus — ohne dass dafür signifikant mehr Kapital nötig wäre.

Cloud-Wachstum trifft auf Skepsis am Markt

Die Zahlen selbst liefern reichlich Munition für Optimisten. Im ersten Geschäftsquartal 2027 wuchs der Umsatz um rund 30 Prozent auf etwa 19 Milliarden Dollar, angetrieben vom Cloud-Geschäft mit einem Plus von 62 Prozent. Die Infrastruktursparte legte sogar um 121 Prozent zu.

Trotz dieser Dynamik reagierte die Aktie im vorbörslichen Handel zeitweise mit einem Kursrückgang von mehr als 5 Prozent — ein Hinweis darauf, dass der Markt die hohen Investitionen in Rechenzentren kritisch sieht. Der freie Cashflow rutschte durch diese Ausgaben ins Minus.

An der regulären Wall-Street-Sitzung zeigte sich die Aktie dann deutlich fester und gewann rund 2,5 Prozent, nachdem Analysten von JP Morgan die Sorgen um die Fähigkeit des Konzerns, vertraglich vereinbarte Einnahmen in Barmittel umzuwandeln, als übertrieben einordneten.

Weitere Analystenhäuser bestätigten zuletzt ihre positive Sicht mit Kurszielen zwischen 200 und 400 Dollar — eine große Spanne, die zeigt, wie unterschiedlich die Infrastruktur-Investitionen und deren Rentabilität eingeschätzt werden. Bernstein selbst verweist auf den anstehenden Analystentag als möglichen Katalysator für weitere Kursbewegungen.

Auf der operativen Seite bleibt Oracle sichtbar: Bei der Medienmesse IBC in Amsterdam demonstriert das Unternehmen zusammen mit dem Content-Delivery-Spezialisten Netskrt neue Streaming-Technologie für latenzarme Live-Übertragungen — ein kleiner, aber symbolischer Beleg dafür, dass Oracle sein Cloud-Ökosystem auch jenseits der großen Zahlen weiter ausbaut.

Der Blick richtet sich nun auf den kommenden Analystentag. Sollte Oracle dort die Rentabilität seiner milliardenschweren Infrastruktur-Investitionen überzeugend darlegen, dürfte das die Diskussion um den negativen Cashflow in den Hintergrund rücken.

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