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Oracle Aktie: 27-Milliarden-Dollar-Deal trotz Stellenabbau

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 05:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Oracle erweitert den VA-Vertrag auf rund 27 Milliarden Dollar, baut Stellen ab und sieht sich trotz Kurserholung mit Marktskepsis konfrontiert.

Oracle baut Milliardenvertrag aus und streicht zugleich weitere Jobs
Abstrakte Darstellung moderner IT-Infrastruktur und digitaler Cloud-Technologien in einem professionellen Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Zwei Zahlen, ein Konzern, ein Widerspruch, der sich nicht auflösen lässt: Während Oracle Health seinen Vertrag mit dem US-Veteranenministerium um rund 17 Milliarden Dollar auf etwa 27 Milliarden Dollar Gesamtvolumen aufstockt, streicht dieselbe Firma weiter Stellen. 21.000 Jobs sind es laut Reuters allein im abgelaufenen Geschäftsjahr gewesen, die Infrastruktur als Hauptgrund genannt.

Und nun, mitten in dieser Serie, bereiten sich laut Medienberichten offenbar weitere Entlassungsrunden vor, die Manager sollen betroffene Stellen identifizieren, bevor am 1. September das zweite Geschäftsquartal beginnt.

Das ist die eigentliche Geschichte hinter Oracle in diesem Sommer: ein Unternehmen, das im großen Stil in die Zukunft investiert und gleichzeitig im laufenden Betrieb schrumpft. Beides passiert nicht trotz, sondern wegen desselben Umbaus.

Wer heute in Rechenzentren, Cloud-Kapazität und KI-Infrastruktur pumpt, braucht anderswo weniger klassische Belegschaft. Der Konzern verschiebt sein Personal von der Verwaltung in die Server-Halle, bildlich gesprochen.

Ein Vertrag, der die Abhängigkeit von der öffentlichen Hand zeigt

Der ausgeweitete VA-Vertrag ist dabei mehr als eine gute Nachricht für die Bilanz. Er zeigt, wie stark Oracle inzwischen auf Großaufträge der öffentlichen Hand setzt, um die milliardenschweren Infrastrukturinvestitionen zu rechtfertigen.

Drei zusätzliche einjährige Optionen könnten das Programm bis Mai 2031 verlängern – ein Zeithorizont, der zeigt, dass Larry Ellisons Konzern nicht auf schnelle Erfolge, sondern auf strukturelle Bindung setzt. Genau diese Logik verfolgt Oracle derzeit auch im KI-Geschäft: lange Verträge, große Summen, viel Vorleistung.

Diese Vorleistung wird gerade teurer. Reuters berichtete Ende vergangener Woche, dass Zulieferer, die Server für große Rechenzentrumsbetreiber wie Oracle bauen, ihren Kunden Preiserhöhungen von teils über 15 Prozent für KI-Server angekündigt haben.

Für ein Unternehmen, das seine gesamte Wachstumserzählung auf den Ausbau von Cloud- und KI-Kapazität stützt, ist das keine Randnotiz. Es verteuert genau jene Investitionen, die Oracle gerade in Rekordtempo tätigt – und die parallel dazu Stellenabbau in anderen Bereichen finanzieren sollen.

Skepsis am Markt, Kurs mit Nachholbedarf

Dass diese Rechnung nicht jeden überzeugt, zeigt der Fall Michael Burry. Der für seine Wetten gegen überhitzte Trends bekannte Investor hatte seine Short-Position gegen Oracle Mitte August um den Kurs von 152 Dollar herum ausgebaut – ein Signal, das weniger über Oracles operatives Geschäft aussagt als über das Misstrauen mancher Marktteilnehmer gegenüber der Bewertung der gesamten KI-Infrastrukturwelle.

Der Aktienkurs selbst spiegelt diese Zerrissenheit. Nach dem massiven Ausverkauf der vergangenen Monate hat sich das Papier zuletzt merklich erholt: Allein in den vergangenen 30 Tagen legte es um 26 Prozent zu, gestern schloss die Aktie bei 130,14 Euro und damit 1,9 Prozent höher.

Zum bisherigen Jahreshoch von 294,85 Euro, erreicht im September vergangenen Jahres, bleibt der Abstand mit 56 Prozent aber enorm. Die Erholung ist real, doch sie findet auf einem Niveau statt, das die Übertreibungen des vergangenen Jahres erst zu einem Bruchteil korrigiert hat.

Genau darin liegt die eigentliche Frage für Anleger: Ist der jüngste Kursanstieg der Anfang einer nachhaltigen Neubewertung, getragen von Aufträgen wie dem VA-Deal und Partnerschaften wie jener mit dem Quantencomputing-Spezialisten Quantinuum?

Oder ist er nur eine technische Gegenbewegung in einem Konzern, der intern längst restrukturiert, während er extern Milliardenverträge verkündet? Reuters ordnete Oracle kürzlich unter jene Großkonzerne ein, die traditionell vierteljährliche Gewinnprognosen abgeben – die nächste dieser Prognosen dürfte zeigen, welche der beiden Lesarten näher an der Realität liegt.

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