Opera Aktie: Zahlen top, Kurs fällt
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 13:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Opera übertrifft im zweiten Quartal die eigenen Prognosen auf breiter Front – Umsatz, Marge und Nutzerzahlen legen kräftig zu. Vorbörslich rutscht die Aktie trotzdem deutlich ab. Der Widerspruch zwischen starken operativen Daten und schwacher Kursreaktion wirft die Frage auf, was den Ausschlag gegeben hat.
Umsatz und Marge über der eigenen Prognose
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 25 Prozent auf 178,1 Millionen Dollar und lag damit über der oberen Grenze der eigenen Prognosespanne. Das bereinigte EBITDA wuchs um 32 Prozent auf 42,4 Millionen Dollar, die Marge verbesserte sich auf 24 Prozent. Haupttreiber blieb die Werbung: Sie legte um 27 Prozent auf 115,4 Millionen Dollar zu, angeschoben vor allem durch E-Commerce-Partner.
Die Erlöse aus Suchanfragen wuchsen um 21 Prozent auf 62,1 Millionen Dollar. Beide Segmente zusammen stützen den annualisierten Erlös pro Nutzer, der um 25 Prozent auf 2,46 Dollar stieg – bei 288 Millionen monatlich aktiven Nutzern über alle Produkte hinweg.
Nutzerbasis wächst über mehrere Produkte
Opera GX kam im Quartal auf durchschnittlich 37 Millionen monatlich aktive Nutzer, ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Wallet-Sparte MiniPay meldete zum Ende Juni 18 Millionen kumulierte aktivierte Wallets, mehr als eine Verdopplung binnen eines Jahres.
CEO Lin Song verweist zudem auf den neuen Browser Connector, der Nutzern direkten Zugriff auf KI-Dienste wie Claude und ChatGPT im Browser ermöglicht und laut Unternehmen bereits kommerziellen Rückenwind liefert.
Prognose für den Rest des Jahres angehoben
Für das dritte Quartal rechnet Opera mit Erlösen zwischen 181 und 183 Millionen Dollar bei einer EBITDA-Marge von 23 Prozent im Mittelwert. Die Jahresprognose wurde auf 734 bis 742 Millionen Dollar Umsatz angehoben, das bereinigte EBITDA soll zwischen 172 und 175 Millionen Dollar liegen. Damit kalkuliert das Management am Mittelwert mit rund 20 Prozent Wachstum für das Gesamtjahr.
Parallel zum operativen Wachstum floss weiter Kapital an die Aktionäre zurück. Im Juli zahlte Opera im Rahmen des halbjährlichen Dividendenprogramms 0,40 Dollar pro Aktie aus, insgesamt 35,6 Millionen Dollar. Zusätzlich kaufte das Unternehmen im Quartal Aktien für 11,1 Millionen Dollar zurück, durchschnittlich zu 17,44 Dollar pro Stück, im Rahmen des laufenden 300-Millionen-Dollar-Rückkaufprogramms.
Trotz der soliden Zahlen fiel die Aktie im vorbörslichen Handel auf 18,45 Dollar, nachdem sie zuvor bei 19,51 Dollar geschlossen hatte. Der Gewinn je Aktie blieb mit 0,26 Dollar knapp unter der Analystenschätzung von 0,27 Dollar – ein kleiner Fehlbetrag, der angesichts der zuvor schon deutlich gestiegenen Notierung offenbar für Gewinnmitnahmen ausreichte. Auf Sicht von drei Monaten stand die Aktie vor dem heutigen Handelstag noch mit einem zweistelligen Plus da.
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