Ondas, Holdings

Ondas Holdings Aktie: Kurs fällt trotz 270-Millionen-Aufträgen

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 06:57 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ondas meldet umfangreiche Verteidigungsaufträge bis 2027, während fehlende Umsatzdetails zu Regna AI Anleger skeptisch stimmen.
Abstrakte Darstellung von moderner Industrietechnologie und Marktvolatilität in bläulichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Am Freitag geriet das Papier von Ondas im Sog eines schwachen Technologieumfelds an der Wall Street unter Druck und verlor 5,0 Prozent auf einen Schlusskurs von 5,38 Euro. Laut der Nachrichtenagentur Associated Press gab der Nasdaq Composite am selben Tag um 2,1 Prozent nach, da Technologiewerte marktweit abgestoßen wurden.

Doch dieser Branchensog allein erklärt die anhaltende Schwäche der Aktie nicht vollständig. Aus meiner Sicht offenbart der jüngste Kursverlauf eine fundamentale Kluft: Während das Unternehmen operativ bedeutende Aufträge verbucht, verlangt der Markt nach harten Belegen für neue Technologieinitiativen.

Zweifel an der Monetarisierung neuer KI-Projekte

Die Zurückhaltung der Investoren trat besonders deutlich zutage, nachdem Ondas und Palantir Technologies die Gründung der eigenständigen Firma Regna AI bekannt gaben. Die Gesellschaft befindet sich zunächst vollständig im Besitz von Ondas, während Palantir die Infrastruktur für das Modelltraining bereitstellt. Ondas selbst soll dabei als erster Kunde fungieren.

An der Börse überwog daraufhin jedoch nicht die Begeisterung, sondern Skepsis. Medienberichten zufolge sorgte die Ankündigung für Unsicherheit unter den Anlegern, weil zu dem Vorhaben weder konkrete Vertragskonditionen noch externe Kunden oder feste Umsatzzusagen offengelegt wurden.

In einem Umfeld, in dem auch der Sektor für Drohnentechnologie Schwäche zeigte, wirkte das Projekt ohne sofort sichtbaren Ertragswert eher als Unsicherheitsfaktor denn als Kurstreiber.

Operativer Kern liefert solide Auftragseingänge

Dabei droht in der aktuellen Debatte unterzugehen, dass das angestammte Geschäft greifbare Fortschritte erzielt. Ondas sicherte sich von der zweiten Augusthälfte bis zum 1. Oktober Neuaufträge von mehr als 165 Millionen $. Seit dem 30. Juni summieren sich die Bestellungen sogar auf mehr als 270 Millionen $, was dem Unternehmen eine klare Umsatzvisibilität bis in das Jahr 2027 verschafft.

Zu diesen Erfolgen zählt insbesondere ein Auftrag über 56 Millionen $, den die Tochtergesellschaft Bron Technologies für elektronische Sicherungs- und Schärfvorrichtungen im Rahmen eines europäischen Programms für Loitering-Munition verbuchen konnte.

Zudem meldete Ondas die EASA-Zertifizierung seines bordgestützten Raketenschutzsystems, das auf Maschinen des Typs Bombardier Global 7500 installiert ist. Die technologische Basis in der Verteidigungselektronik ist damit real und durch behördliche Zulassungen untermauert.

Was die Bewertung jetzt bestimmt

Diese Diskrepanz zwischen realem Auftragswachstum und Marktskepsis spiegelt sich auch in den Einschätzungen von Branchenbeobachtern wider. Am 5. Oktober nahm das Analysehaus Citizens die Beobachtung der Aktie mit einer Einstufung als „Market Outperform“ und einem Kursziel von 14,00 $ auf. Ein solches Ziel unterstreicht das erhebliche Potenzial, das Fachleute im operativen Auftragsbestand sehen.

Unterm Strich spricht vieles dafür, dass der Markt die bestehende Substanz derzeit zugunsten ungelöster Detailfragen vernachlässigt. Für mich wiegen die festen Verteidigungsaufträge bis 2027 schwerer als die vorübergehende Unklarheit über neue Softwareinitiativen.

Dennoch trägt das Management die Verantwortung dafür, den Vorbehalten der Anleger zu begegnen. Wenn Ondas bei Zukunftsprojekten wie Regna AI keine nachprüfbaren kommerziellen Vereinbarungen nachreicht, dürften selbst deutliche operative Zuwächse weiterhin durch Phasen marktweiter Risikoaversion ausgebremst werden.

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